Jahrgang 58
Nr. 6/2004 Dezember
DIE NEUE ORDNUNG

Johannes Rogalla von Bieberstein

„Versprochene“ Ehe und Islamisierung Deutschlands

Die Zuwanderung von Muslimen nach Deutschland und Europa hat viele Aspekte. Sie führte dazu, daß besonders in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland ghettoähnliche Stadtviertel bzw. „Kolonien“ mit orientali-schem Gepräge von Basaren, Kopftüchern und Moscheen entstanden. Peter Scholl-Latour nennt beispielsweise Marseille einen „Brückenkopf des Islam“ und spricht davon, daß er sich hier „im Herzen einer algerischen Kasbah“ befun-den habe, in der kein einziger Europäer zu sehen gewesen sei. In dem Bericht „Verbotene Stadt“ des Berliner „Tagespiegel“ vom 26. April 2003 kann man nachlesen, daß in einem muslimischen Viertel Berlins einem Polizisten dies zu verstehen gegeben wurde: „Das ist unser Kiez, und ihr habt hier nichts zu su-chen.“ Ein SPD-Sozialstadtrat habe dazu resigniert bemerkt: „Da weiß weder die Politik noch die Partei, was wirklich passiert.“ Laut „Emma“ 5/2001 wurde in Berlin eine afghanische Witwe von ihrem Neffen und Schwager hingerichtet, weil sie sich diesem Gebot des Stammesältesten widersetzte: „Heirate den Schwager!“

Daß die Muslime sich in die (post-)christliche europäische Bevölkerung integrie-ren würden, hat sich als Illusion erwiesen. Im Unterschied zu Frankreich und Großbritannien, wo die Einheimischen es vorwiegend mit nordafrikanischen bzw. asiatischen Muslimen zu tun haben, verläuft das Mit- und Nebeneinander von Türken und Deutschen insgesamt eher friedlich. Allerdings hat der abscheuliche Brandanschlag von Solingen einen „Türkenaufstand“ provoziert, bei dem Autobahnen blockiert und die Hauptgeschäftsstraße demoliert wurden. Der bei uns vor Jahren gewaltsam ausgetragene türkische Bürgerkriegskonflikt mit den Kurden, aber auch die „ethnischen“ Krawalle in den Pariser Vorstädten, London, Bradford und Antwerpen können als Menetekel für schwerwiegende künftige Auseinandersetzungen betrachtet werden. Vorboten hierfür sind der Politiker, Intellektuelle und Juristen beschäftigende Kopftuchstreit in Frankreich und Deutschland sowie der Basis-Widerstand gegen den Bau von Moscheen.

Aufgeschreckt durch den militanten Antisemitismus vieler Araber in Frankreich gelangte der jüdisch-französische Philosoph Alain Finkielkraut zu dieser düsteren Lagebeurteilung: „In Wahrheit entspricht eine verschärfte multikulturelle Gesellschaft dem Modell eines Bürgerkriegs. Dies ist monströs.“ (Focus 32/2003) Die „Israel Nachrichten“ fragten bereits 1994 in einer Schlagzeile: „Wie viele Mohammedaner kann Deutschland verkraften.“ In türkischen Vierteln wie in Duisburg-Marxloh („Klein-Istambul“), Essen-Katernberg („Türkisch Katernberg“) sowie in Berlin-Kreuzberg und Neukölln kommt man ohne die Beherrschung der Sprache des Gastvolkes zurecht, weil man in der Muttersprache kommuniziert und sich aus eigenen türkischen Zeitungen und Fernsehprogrammen informiert.

In einem Aufsatz über „Die Kölsch-Türken“ von 2002 liest man, daß eine Sozialarbeiterin konstatiert hat, daß man in Mülheim „geboren werden und sterben (kann), ohne je ein Wort deutsch gesprochen zu haben.“ Solche „Kolonien“ bewirken, daß die dritte Einwanderergeneration weniger integriert ist als die zweite und hier geborene Einwanderer-Kinder eingeschult werden, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Die Entwicklung ist so weit fortgeschritten, daß bei einer gleichzeitigen Stillegung von christlichen Kirchen inzwischen in wenigen Jahren mehr als 2000 Moscheen errichtet worden sind und in städtischen Krankenhäusern oft mehr türkische als deutsche Kinder geboren werden. Bereits 1999 urteilte der Hamburger Ausländerbeauftragte, die stärkste Zuwanderung erfolge in den „Kreißsälen“.

Demographische Islamisierung

Bevölkerungswissenschaftler wie Herwig Birg („Die demographische Zeitenwende“, 2001) haben errechnet, daß einige Großstädte in nicht ferner Zukunft türkische Mehrheiten aufweisen werden. In einigen Grundschulen Kölns und Hamburgs hat man bereits den Türkisch-Unterricht für deutsche Kinder eingeführt. Indem z. B. in Berliner Sozialämtern Wohngeldbroschüren usw. auf türkisch bereitgehalten werden, wofür sich besonders rotgrün orientierte türkische Bürgervertreter einsetzen, zeichnet sich dies ab: In nicht ferner Zukunft wird gefordert werden, daß das Türkische Unterrichts-, Amts- und Gerichtssprache wird. In dem Büchlein „Sprich langsam Türke“ entwarf Kerim Pamuk 2003 dieses Szenario: Wenn Anatolen in Berlin die „Türkische Republik Kreuzberg“ ausriefen, dann dürften „alle Giselas“ nur noch mit Kopftuch zur Schule kommen und wären christliche Kreuze verboten. Um die deutsch-türkische Staatsbürgerschaft dieser Republik zu erhalten, müßten Deutsche türkische Volkslieder einwandfrei singen können. Tatsächlich hat der Vorsitzende der türkischen Schulvereine, Estekin Öczal, bereits gefordert, daß die deutschen Kinder das Türkische als zweite Fremdsprache erlernen müßten.

Aus der Erkenntnis, daß die Integration der Türken weitgehend gescheitert ist, wird jetzt verspätet verlangt, daß sich die Zuwanderer sprachlich integrieren müssen. Dieser Forderung, die den Abschied von „multikulturellen“ Schwärmereien beinhaltet, ist mit materiellen Anreizen größtmöglicher Nachdruck zu verleihen, denn das Erlernen einer schwierigen Fremdsprache im vorgerückten Alter verlangt eine erhebliche Anstrengung. Mißlingt die sprachliche Integration und hält die Heiratsmigration ungebremst an, wird der deutsche Nationalstaat konti-nuierlich abgebaut. Die New Yorker Wortprägung, daß durch die Masseneinwanderung der Muslime nach Europa ein „Eurabia“ entsteht, muß allerdings bei uns modifiziert werden. Nach einer Wortprägung eines „Bild“-Kolumnisten ist hier ein „Türkland“ im Entstehen. Dieses Blatt berichtete am 26. Mai 2004, daß der türkische Reiseunternehmer Vural Öger, ein SPD-Kandidat für das Europa-parlament, davon sprach, daß es 2100 in Deutschland 35 Millionen Türken, aber nur noch 20 Millionen Deutsche geben würde. Somit würde das 1529 mit Sultan Suleyman vor Wien begonnene Unternehmen der Eroberung Europas durch die Muslime abgeschlossen, und zwar durch zeugungs-„kräftige junge Männer und gesunde Frauen“. Denn vierzig von hundert deutschen Frauen würden „keine Kinder mehr machen“ und das Rentensystem ruinieren.

Diese drastische Lagebeurteilung ist durch die Information zu ergänzen, daß das deutsche Geburtendefizit ohne die geschätzte Abtreibungszahl (auf deutsch Tötung von ungeborenen Babys) von mindestens 200.000 Kindern pro Jahr – davon 130.000 gemeldete – nicht bestände. Gleichwohl fiel Politikerinnen von SPD und CDU angesichts dieses nationalen Suizids nichts besseres ein, als Vural Ögers Stellungnahme dümmlich als „frauenfeindlich“ zu verurteilen. Damit geben sie kund, daß sie das „demographische Absterben“ (Herbert Kremp) ihres Vaterlandes, die „demographische Islamisierung der westlichen Welt“ aus femi-nistischen Erwägungen hinzunehmen bereit sind.

Daß ein direkter Zusammenhang besteht zwischen dem demographischen und wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands und der Tatsache, daß in unseren türkischen Großstadtghettos teilweise über 40% der Bevölkerung von der Sozi-alhilfe leben, ist lange als Tabu verdrängt worden. Die Zahl der türkischen Sozialhilfe-Empfänger und derjenigen türkischen Jugendlichen, die keinen Hauptschulabschluß erreichen und keine Berufsausbildung erhalten, beläuft sich auf etwa das Dreifache der deutschen. Die statistischen Zahlen, etwa auch bezüglich der Jugendgefängnis-Insassen, verschleiern die Probleme, indem sie Jugendliche mit deutschem Paß nicht als Einwanderer/Ausländer rechnen. Für die Türken hingegen bleibt ein „Pasaport-Deutscher“ stets ein Türke, wie Vural Öger bestätigt. Nach Wilhelm Heitmeyers Studie „Verlockender Fundamentalismus“ (1997) lehnt es eine große Mehrheit der jungen Türken ab, sich an die „Schweinefleischesser“ und „Trinker“ zu assimilieren, die nackt an „unseren Stränden“ herumliefen und den „Charakter der Muslime“ verdürben. Unsere „Kultur“ den Türken als „Leitkultur“ anzudienen ist vergebliche Mühe.

Heiratsmigration und Islamisierung

Die Türkisierung und Islamisierung Deutschlands – dies haben viele Bürger und Politiker noch gar nicht wahrgenommen – wird kontinuierlich und massiv befördert durch die sog. Heiratsmigration. Dies bestätigte der Direktor des Essener Zentrums für Türkeistudien, Faruk Sen, mit diesem 1999 in der CDU-Studie „Islam in Deutschland“ zitierten Satz : „Wir können davon ausgehen, daß die Zahl der Muslime ... durch Heiratsmigration stetig zunehmen wird.“

Als Einstieg in diese für Deutschland vielleicht schicksalhafte Einwanderung, bei der es sich um eine zwischen den Eltern der Ehepartner gestiftete Ehen han-delt, soll hier diese Begebenheit erzählt werden. Im Gespräch mit dem Verfasser berichtete eine pensionierte Grundschul-Lehrerin verzweifelt dies: In ihre Klasse kam die Tochter eines Türken, um den sie sich sehr gekümmert hatte und der sich schulisch und auch beruflich erfolgreich etabliert hat. Als sie ihn fragte, wie es käme, daß seine Tochter fast kein Wort deutsch könne, gestand er ihr betreten dies: Seine Familie habe ihm eine Frau aus der Türkei geholt, die kein Wort deutsch könne und mit der er sich auf türkisch unterhalten müsse.

Dieser Vorgang nun ist keineswegs ein Einzelfall. In der Fachliteratur kann man nachlesen, daß durch so von den Familien gestiftete Ehen, welche ein Einwanderungsrecht qua „Familienzusammenführung“ begründen, jährlich etwa 50.000 – manche sprechen sogar von 70.000 – Ehepartner, meist Mädchen, nach Deutschland geholt werden. Diese jungen Leute zeugen hier eine zahlreiche Kinderschar, welche viele Deutsche nicht ohne Rührung betrachten. Es versteht sich, daß bei den Türken die „Anti-Baby-Pille“ sowie die Tötung von Ungeborenen (Abtrei-bung) nicht nur untersagt, sondern absolut verpönt ist, weil Kinder für sie ein großes Geschenk darstellen.

In dem im Internet stehenden Artikel „Als Mädchen vom Vater an den Mann gebracht“ von 2002 wird von „70.000 Importbräuten“ berichtet, von welchen Mädchen 28% gegen ihren Willen verheiratet würden! Damit wird Artikel 16 der Menschenrechtskonvention der UNO, der in Übereinstimmung mit dem deut-schen Recht festlegt, daß eine Ehe nur durch die freie Zustimmung beider Part-ner zustande kommen darf, vieltausendfach gebrochen. Und zwar ohne daß die-ser schier unglaubliche Sachverhalt von den politischen Parteien, Behörden und Gerichten ernsthaft thematisiert wird. Wie schon angeklungen ist, haben wir bei den muslimischen Zuwanderern – auch die Albaner gehören zu ihnen – Räume, in denen unser Recht kaum durchgesetzt wird. Übrigens auf Kosten von bei uns freiheitlich aufgewachsenen Türkinnen. Es ist nämlich durchaus so, daß es unter den Türken eine recht gut integrierte und gebildete Minderheit gibt, welche das rückständige und bitterarme Anatolien und seine nach Deutschland importierten orientalischen Gebräuche hinter sich gelassen haben.

Nahostkenner wie Peter Scholl-Latour (so in der SZ vom 7.12.2002) bescheinigen immerhin Teilen der Türkei eine Rückständigkeit und das „Lebensniveau von Bangladesh“. Die oft noch (halb-)analphabetischen Mädchen, besonders aus Südostanatolien haben günstigstenfalls drei Jahre die Grundschule besucht und können somit kaum türkisch schreiben. Eben solche Mädchen werden nach mit-telalterlichen Gebrauch faktisch noch heute als Kinder verheiratet („verspro-chen“). Dieses Versprechen muß bei Verlust der Familienehre gehalten werden. Die so als Kinder ehelich Verbundenen haben, auch wenn sie in Deutschland leben, praktisch kaum eine Möglichkeit, sich dem enormen Druck der Familie zu entziehen. Vielfach betrachten sie häufig ihr fremdbestimmtes Schicksal fatalistisch als normal. Diejenigen jedoch, welche in der Türkei oder auch in Deutschland gegen diese barbarische Familienordnung aufbegehren, riskieren es, Opfer von „Blutrache“ zu werden, d. h. als „Entehrte“ von den eigenen Angehörigen ermordet zu werden. Daher sind in Deutschland geheime Frauenhäuser eingerichtet worden, in denen türkische Mädchen versteckt und beschützt werden.

Immer wieder wird versichert, daß die türkischen Gesetze, darunter auch das Mindestheiratsalter, im Hinblick auf den ersehnten EU-Beitritt an europäische Normen angepaßt worden sind. Dies ist formal richtig, objektiv aber eine Täu-schung. Wie unter Rückgriff auf die wissenschaftliche Literatur erhärtet wird und wie nachfolgend aufgeführte Fallbeispiele illustrieren, sehen die sozialen Realitäten im ländlich-rückständischen Sektor der Türkei, dem auch Vorstadt-slums (Gecekondu.) sowie türkische „Kolonien“ in Deutschland zugerechnet werden müssen, vielfach ganz anders aus. Tatsächlich werden noch 13-14 jährige Kinder verheiratet, das vor dem Imam bekräftigte „Versprechen“ gilt bei Verlust der Familienehre. Das Nachholen der staatlichen Zivilehe ist eine Formsache. In türkisch Kurdistan sind viele Kinder ohnehin standesamtlich oft nicht erfaßt.

All dies wird von „modernen“ Türken, die hierüber an deutschen Universitäten bereits Diplomarbeiten schreiben, als ebenso rückständig empfunden wie von Deutschen und darf nicht einfach „dem“ Islam angelastet werden. Diese in ihrem Kern zweifellos militante und gegenüber den Christen aggressive Religion hat in der sozialen Realität gleich dem Christentum unterschiedliche Ausprägungen. Die vielen beschwichtigenden Darlegungen, daß die moderne „atatürkische“ Türkei säkular sei, müssen durch einen Hinweis darauf relativiert werden, daß sich die Türkei seit Jahrzehnten in einem Prozeß der Re-Islamisierung befindet. Er spiegelt sich eindrucksvoll in imponierenden statistischen Angaben über den Bau von neuen Moscheen und islamischen Schulen in der Türkei. Auch ist es so, daß die türkischen Imame in Deutschland der türkischen Religionsbehörde unterstehen und von ihr bezahlt werden. Der staatlich geförderte und zugleich kontrol-lierte türkische Islam stellt de facto eine Art Staatsreligion dar. Dies erhellt auch daraus, daß die Imame nur befristet nach Deutschland geschickt und von Religionsattachés überwacht werden.

Die türkische Devise „mein Körper gehört der Türkei, meine Seele dem Islam“ spiegelt die gleichzeitig nationale und islamische Ausrichtung der Türkei wider. Sie steht stolz in der Großmacht-Tradition des Osmanischen Reiches, welches einst Arabien und ganz Nordafrika beherrscht hat. Das Militärbündnis mit den USA und die Natomitgliedschaft der Türkei der Nachkriegszeit gründeten auf der gemeinsamen Abwehrfront gegen die Sowjetunion, heute ist es durch geo-strategische und energiepolitische Interessen (Öl) geprägt. Das Bündnis der tür-kischen Elite mit den USA und Israel darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß es sowohl unter der türkischen Landbevölkerung als auch unter den mehr als 3,5 Millionen Türken in Deutschland viele „Islamisten“ gibt.

Aus Rücksicht auf diese und wohl auch aus Sympathie mit ihnen griff der gemä-ßigt islamische türkische Ministerpräsident Erdogan im Mai 2004 Israel wegen seiner Palästina-Politik als „Terrorstaat“ an. Fachleute der Geheimdienste spre-chen von über 30.000 gewaltbereiten islamischen, vielfach türkischen Extremis-ten in Deutschland, die in den ethnischen Kolonien ein schützendes Umfeld von Sympathisanten haben. Nach dem Innenminister stellen diese die größte Gefähr-dung für die innere Sicherheit dar. Welche Gefahr von ihnen ausgeht, illustriert die Tatsache, daß der „11. September“ z. T. in Hamburg geplant wurde. Über den Islamismus und den islamischen Terror haben Peter Scholl-Latour, Hans-Peter Raddatz und Udo Ulfkotte in ihren Büchern „Kampf dem Terror – Kampf dem Islam?“(2002), „Von Gott zu Allah“(2001) und „Der Krieg in unseren Städ-ten“ (2003) ausführlich und faktengesättigt geschrieben.

Zu der sozialtechnologischen Forderung deutscher „Gutmenschen“ und Pastoren, daß wir hier das Entstehen eines „europäischen“ Islam fördern sollten, ist dies anzumerken: Es ist eine heikles, ja vermessenes Unterfangen, Gläubigen einer anderen Religion Vorschriften darüber zu machen, wie sie mit ihrer heiligen Schrift, also dem Koran, umgehen sollen. Als Daniel Goldhagen die Christen aufforderte, mehr als 400 Stellen aus den Neuen Testament als angeblich antise-mitisch zu eliminieren, wurde diese Forderung nach einer „Reinigung“ der Hei-ligen Schrift zu Recht mit Schweigen quittiert. Ein mit europäischen Normen kompatibler „Euro-Islam“ kann nur das Ergebnis einer langen, nicht kalkulierba-ren Entwicklung sein, nicht aber das Produkt „christlicher“ Auflagen, die nur das Gegenteil des Gewünschten bewirken würden. Tatsächlich berichtet Bassam Tibi 2003 in seinem Buch „Im Schatten Allahs“, daß fromme Imame den von säkula-risierten Protestanten empfohlenen „Euro-Islam“ schlicht als „Heidentum“ ver-femen. Manche naiven „Dialogisten“ sehen darüber hinweg, daß in deutschen Moscheen dazu aufgerufen wird, den „Kreuzrittern des Westens“ „vernichtende Schläge“ auszuteilen (Focus-online 9.5.2004).

Kinderheirat, Zwangsehe und Zweitfrau

In ihrer 1977 vorgelegten Diplomarbeit „Sozial-kulturelle Probleme junger Türkinnen in der Bundesrepublik Deutschland“ schildert Pia Weische-Alexa die ländliche Sitte in der noch muslimischen „weißen“ Türkei, die Mädchen nach Eintreten der Menstruation – religiös – zu verheiraten und ihre Geburt in den staatlichen Registern vorzudatieren, damit das staatliche Heiratsalter schneller erreicht wird. Bei solchen Heirat wird auch über den jungen Mann verfügt. Wenn er das Alter von 18-20 Jahren erreicht hat, beschließt der Vater ihn zu verheiraten und bespricht dies mit seiner Frau, die dies wiederum in ihrem Verwandten- und Freundeskreis erörtert. Alle sehen sich nach einem geeigneten Mädchen um. Dieser Brauch wird auch von türkischen Einwanderern in Deutschland beibehalten, ja er ist neu belebt worden, weil sich mit ihm die sukzessive Einwanderung ganzer Sippen nach Deutschland herbeiführen läßt.

Hanne Straube hat im Jahre 2001 in ihrer ethnologischen Arbeit „Der kandierte Apfel. Türkische Deutschlandbilder“ die Familienverhältnisse in Anatolien her-vorragend sichtbar gemacht. Dabei hat sie herausgearbeitet, wie außerordentlich eng der Sippenzusammenhang zwischen den in der Türkei und in Deutschland lebenden Familienmitgliedern ist. Für die Verheiratung eines in Deutschland lebenden Cousins mit einer in der Türkei lebenden Cousine ist in der Türkei der Begriff „retten“ geprägt worden. Durch die „versprochene“ Ehe wird nämlich das Mädchen, zuweilen auch der junge oder ältere Mann nach Deutschland und damit sein soziales Netz „gerettet“. Denn durch die Eheschließung wird das Recht auf „Familienzusammenführung“, d. h. die Einreise- und Aufenthaltser-laubnis in Deutschland erteilt.

Wie Straube darlegt, fließen bei solcher Ehestiftung auch Gelder, d. h. das vom türkischen Staat verbotene „Brautgeld“ existiert de facto noch. Auch werden in der Türkei „Scheinscheidungen“ der Zivilehe vorgenommen, die auch von türki-schen Anwälten als unmoralisch angesehen werden. Es wird dabei lediglich die von Atatürk eingeführte Zivilehe, nicht jedoch die heilige Imam-Ehe geschieden. Nach solch einer „Scheinscheidung“ heiratet der in der Türkei lebende Mann gern eine wesentlich jüngere Türkin mit deutschem Paß. So erhält er durch diese „Zweitfrau“ die Einreise- und Arbeitserlaubnis nach Deutschland, seine Imam-Erstfrau hingegen bleibt versorgt in der Türkei zurück.

Fälle von Menschenrechtsverletzungen und Ehrenmorden

Welch skandalöse Menschenrechtsverletzungen bei den versprochenen Ehen vorkommen, die teilweise den Charakter einer reinen Zwangsehe, ja der Sklaverei tragen, soll nun mit ein paar Fallbeispielen illustriert werden:

Der Türkisch Deutsche Frauenverein berichtet laut „Berliner Zeitung“ vom 8.4.2000 über den Fall Aleyna in Berlin.: „Du bist vierzehn. Du sollst heiraten. Deine Mutter sagt, jedes Mädchen mit 14 ist dran. Dein Vater sagt, er werde dich töten, wenn du nicht mitmachst Also machst du mit. Dein Mann vergewaltigt dich schon bei der Verlobung, und deine Familie steht vor der Tür. Dann wirst du geschlagen, von deinem Mann, von deinen Eltern und von deinen Schwiegereltern ... Weil du deinem Mann nicht gehorchst. – Du bist 14 und kennst nur dein Dorf. Flucht? Du weißt nicht, daß es so etwas gibt ... Aleyna lebt mit ihrem Mann in Berlin- Neukölln in einer Hinterhofwohnung ... Drei Jahre, in denen sie sich manchmal fürchtete, er würde sie totschlagen ... sie war gegen Brautgeld mit dem unbekannten Cousin in Berlin zwangsvermählt ... Immer, wenn Mehmed – siebzehn bei seiner Heirat – wieder sagte: ‚Ich hab die Schnauze voll von dir, du Miststück, geh zurück zu deinen Eltern.’ Oder wenn der Vater wieder sagte: ‚Du machst mir Schande, du Schlampe, du beschmutzt meine Ehre. Geh zurück zu deinem Mann, er hat für dich bezahlt.’ ... Mehmet hat auf Geheiß seiner Mutter eine Jungfrau aus der Heimat zur Frau genommen. ‚Mehmet ist so’, sagt Aleyna, ‚ein Meister des Prügelns.’“ Halbtot ist Aleyna an einen geheimgehaltenen Zufluchtsort Papatya gekommen, wo 13-18jährige mißbrauchte und zwangsverhei-ratete türkische muslimische Mädchen beschützt werden. Aleyna wußte nicht, daß sie nicht verprügelt werden darf, daß sie als Minderjährige nicht verheiratet werden durfte, daß das Vergewaltigen strafbar ist, daß das Zahlen von Brautgeld in der Türkei verboten ist ... Sozialarbeiter von Papatya werden wegen ihres Einsatzes für Zwangsverheiratete mit Mord bedroht, Aleyna’s Vater kündigte ihr telefonisch an, sie umzubringen.

WDR 5 berichtete am 25.11.2002 über den Fall Leila. Die in Deutschland in einer Gastarbeiterfamilie aufgewachsene Leila erzählt: Als 16jährige bin ich nach Haus gekommen und habe gesehen, alles ist geschmückt, „da sagte meine Mutter: deine Verlobung ist heute. Dann hat’s angefangen. Er kam in das Zimmer und meinte, ja ich werde dich heiraten, ich habe für dich bezahlt.“ Für 8.000 Euro hatte der ältere Bruder mit Einverständnis der Mutter seine Schwester an einen türkischen Geschäftsmann verkauft. Denn der brauchte für eine Aufenthalts- und Arbeitsberechtigung eine Frau mit deutschem Paß. „Das war für mich als gehe ich zur Hölle. Wenn ich nicht ja sage, wollte mich mein Bruder umbringen. Mit einem Messer kam er auf mich zu und sagte, du machst meine Ehre kaputt. Ich hab sogar meinem Bruder die Füße geküßt, damit er das nicht macht. Alle haben gemerkt, daß ich nicht heiraten wollte.“

Leila mußte den Mann heiraten, der mit 42 Jahren vier Jahre älter als ihre Mutter war. „Dann hat es schon in der ersten Nacht mit Schlägen angefangen. Ich hab immer versucht, mit ihm nicht zu schlafen. Ich hab mich so geekelt ... Und das war für ihn keine Vergewaltigung, weil ich ja seine Frau bin und weil er für mich bezahlt hat ... Ich durfte nicht zur Schule gehen, weil ich ja seine Frau bin ... Von gegenüber hat jemand die Polizei gerufen. Ich glaub, mein Schreien war so laut.“ Wochenlang wurden ihre Verletzungen im Krankenhaus behandelt. Doch nach zwei Monaten stand der Bruder mit dem Messer vor der Tür, und unter Polizeischutz wurde Leila in eine fremde Stadt gebracht.

Anfang 2004 entschied der Bundesgerichtshof, daß es ein Mord aus niedrigen Beweggründen gewesen sei, als ein junger Türke seine scheidungsunwillige Frau mit 48 Messerstichen erstochen hat. Die Ehe mit ihr – einer Cousine – war auf Betreiben der Eltern geschlossen worden. Als er sie wegen Gehorsamsverweige-rung wiederholt schlug, wollte sie sich von ihm scheiden lassen. Er drohte ihr mehrmals, er würde sie als Leiche „in die Türkei“ mitnehmen. Der Bundesge-richtshof ordnete seine „anatolischen Wertvorstellungen“ der „niedrigsten mora-lischen Stufe“ zu.(SZ 2.04.04)

Im Sommer 2003 erregte in Westfalen die nächtliche Erschießung von drei Putzfrauen, zwei deutschen jungen Müttern und einer Türkin, vor einem Sportstudio Aufsehen. Es stellte sich heraus, daß der Ehemann der Türkin die drei Frauen von einem Killer für 5.000 Euro erschießen ließ. Der Türke war mit seiner „versprochenen“ Frau nicht zufrieden und hatte eine Freundin. Da bei einer Scheidung „Blutrache durch ihre Familie“ zu befürchten hatte, ließ er zur Spurenverwischung gleich noch die beiden deutschen Frauen mit umbringen.

Im gleichen Jahr 2003 erstach ein junger Türke seine Frau in Frankfurt. Sie war in Deutschland geboren, er hingegen Schafhirte in Anatolien, bis er von den Eltern mit ihr verheiratet wurde. Es kam wegen der kulturellen Verschiedenheit zu massiven Differenzen zwischen ihnen. Er tötete sie, weil er sie als seinen „Besitz“ betrachtete, sie sich jedoch ihm nicht fügte. Vor dem Bielefelder Bahn-hof richtete der kurdische Familienvater und aus Kiel herangereiste Asylbewerber Mehmed 2002 seinen Vetter mit acht Schüssen einer großkalibrigen Pistole in den Rücken hin. Dieser soll seiner Ehefrau zu nahe getreten sein. Ebenfalls in Bielefeld hat 1999 ein 34-jähriger islamischer Religionslehrer aus Tübingen, ein vierfacher Familienvater, vier Frauen und drei Männer erschossen. Er hatte um die Hand einer Kurdin als Zweitfrau angehalten. Als ihre Eltern ihm die 19-jährige nicht geben wollte, richtete er ein Blutbad an.

In dem Artikel „Weil die Türkin Hülja einen deutschen Mann heiratete, droht ihr der eigene Vater mit Mord“ berichtete die „Welt am Sonntag“ im August 2003 über diesen Fall: Auf einer Fachhochschule verliebte sich die Türkin Hülya in den deutschen Kommilitonen Fabian. Daraufhin erklärte der Vater: „Eher würde ich dich mit dem dreckigsten Türken verheiraten als mit einem Deutschen.“ Die Eltern drohten der Tochter, einen Killer anzuheuern. Auch daß Fabian um des Friedens willen zum Islam konvertierte, besänftigte sie nicht. Die Mutter kündig-te der Tochter an, sie müßten alle zurück in die Türkei, die Tochter floh und versteckte sich.

Die Frauenzeitschrift „Emma“ berichtete 2001, daß die in der schwäbischen Alp lebende Leyla mit 14 gegen ihren Willen „versprochen“ wurde. Aus Protest lief sie wiederholt von zuhause weg, wurde jedoch von der Polizei zurückgebracht. Mit 16 wurde sie an einen ihr unbekannten türkischen Mann zwangsverheiratet, sie floh vor ihrem Mann und war spurlos verschwunden. Die verweste Leiche der 17-jährigen wurde in einer Tannenschonung gefunden. Ihr Vater gestand den Mord aus Gründen der „Familienehre“.

Große Beachtung fanden 2002 die Erinnerungen „Hennamond“ der türkischen Anonyma „Fatma B.“ Sie schildert darin die sozialen Verhältnisse in der kurdi-schen Türkei, wo die Mehrehe noch existiert – die ältere Ehefrau für die niedri-gen Arbeiten, die jüngere für den „Liebeshunger“. Fatma hat selbst noch eine Steinigung einer jungen Frau erlebt, bei der das ganze Dorf mitgewirkt hat. Ob-gleich deren Ehemann als Gastarbeiter abwesend war, bekam die Unglückliche ein – außereheliches – Baby. Fatma ist in Köln als junges Mädchen von ihrem Vater, der ihr z. B. verbot, den Führerschein zu machen, aufs „grausamste ver-prügelt“ worden. Als sie sich in den Deutschen Michael verliebte, geriet sie in Lebensgefahr. Killer aus dem Drogenmilieu wurden auf sie angesetzt. Sie tauch-te unter und lebt heute bei ihrem deutschen Mann. Ihre Eltern trugen sie symbo-lisch zu Grabe, sie ist für sie als Abtrünnige gestorben.

Fazit

In seinem Buch „Allahs Schatten über Atatürk“ (1999) stellt Peter Scholl-Latour die kaum zu widerlegende These auf, daß im Fall einer vollwertigen Aufnahme der Türkei in die Europäische Union, d. h. bei Gewährung der Freizügigkeit von einer „geschlossenen Identität der deutschen Nation“ nicht mehr die Rede sein könne. In solch einem Fall würden sich nach Fachleuten bis zu 10 Millionen von Türken nach Deutschland „retten“, zumal ihre Sippen hier schon Stützpunkte haben. Wie das SPD-Mitglied Öger freimütig erkennen läßt, würde so längerfris-tig eine türkische Bevölkerungsmehrheit entstehen und würde aus Deutschland eine Art „Türkland“ werden. Die Türkei wäre dann das bevölkerungsreichste „europäische“ Land und Türken würden in Deutschland mehr und mehr das Sagen erhalten, so daß auch die Europäischen Union mehr und mehr unter mus-limischen Einfluß geriete. Ob dies wirklich im Interesse Europas und auch der Vereinigten Staaten liegt, ist doch sehr die Frage.

In Deutschland wären die bürgerlichen und christlichen Parteien gut beraten, wenn sie nicht nur die Frage des EU-Beitritts, sondern auch das Thema der „Hei-ratsmigration“ auf die Tagesordnung bringen. Denn durch diese organisierte Einschleusung von jungen Menschen verliert unser Land seinen deutschen und christlich-europäischen Charakter und wird orientalisiert. Und zwar unter syste-matischer Verletzung der Menschen- und Frauenrechte, auf deren Beachtung wir doch sonst so stolz sind. In den Niederlanden hat der ja von der Linken kom-mende Pim Fortuyn erkannt, welche Gefahr frauenfeindliche muslimische Wert-vorstellungen gerade auch für Linke und Alternative darstellen.

In Deutschland, wo das parteitaktische klein-klein dominiert, sind diese die Be-völkerung zutiefst beunruhigenden Fakten bisher kaum diskutiert worden. Denn die Führungseliten der SPD und der „Grünen“ setzen gegen den Willen der gro-ßen Mehrheit der Bevölkerung und beispielsweise auch den von Altbundeskanz-ler Helmut Schmidt, aus schnöden und kurzsichtigen machtpolitischen Erwägun-gen auf den EU-Beitritt der Türkei. Ebenso wie dieser EU-Beitritt durch eine besondere Partnerschaft ersetzt muß, ist auch die sog. „Heiratsmigration“, der ja überhaupt keine Eheschließung nach unserem Rechtsverständnis zugrunde liegt, durch geeignete Maßnahmen abzubremsen. Für eine Eindämmung der Cousin-Cousine Verbindung sprechen übrigens auch ernste medizinische Gründe. Die Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John sowie eine besorgte Berliner türki-sche Ärztin haben darauf hingewiesen, daß durch die Verwandten-Ehen „der Anteil der türkischen Kinder mit frühkindlichen Gehirnschäden auffällig groß“ ist (Tagesspiegel 21.5.2003). Am wirksamsten und zweckmäßigsten wäre es wohl, wenn man türkischen Heiratsimmigranten – ebenso wie z. B. den Ruß-landdeutschen – Grundkenntnisse der deutschen Sprache abverlangt, die in der Heimat zu erwerben wären.

An Bundeskanzler Gerhard Schröder und Vizekanzler Joseph Fischer wäre die Frage zu richten, wie ernst sie ihren auf Deutschland abgelegten Amtseid neh-men. Sie lehnen den Gottesbezug in der EU-Verfassung ab und sind dabei, die europäische Identität zu zerstören und einem bis an die Grenzen des Iran ausge-dehnten und aufgelösten Europa längerfristig einen islamische Prägung zu ver-leihen.

Gerhard Schröder verdankt seine knappe Mehrheit bei der letzten Bundestags-wahl unbestritten den Deutschtürken und ist daher vom türkischen Massenblatt „Hürriyet“ als „Kanzler von Kreuzberg“ gefeiert worden. Wie dreist sich die Türkei bereits jetzt in die deutsche Innenpolitik einmischt, belegt der am 15. Oktober 1998 erschienene Artikel „Die Wahlen und die neuen Inländer“ von Öczan Mutlu vom Fraktionsvorstand der Kreuzberger „Grünen“. Dieser trium-phierte darüber, daß der „Elefant vom Wolfgangsee“ – er meinte Helmut Kohl – „kräftig baden“ gegangen ist und sagte weiter: „Noch nie zuvor haben türkische Tageszeitungen ein ‚innerdeutsches’ Thema so sehr in den Vordergrund ihrer Berichterstattung gestellt. Es verging kein Tag, an dem die acht großen Tageszei-tungen ... nicht über die Bundestagswahlen berichteten und ... Stimmung mach-ten. Es ging sogar so weit, daß türkische Politiker von der Opposition bis hin zum Ministerpräsidenten an die wahlberechtigten Türken zur Abwahl von Kohl appellierten.“

Dr. Johannes Rogalla von Bieberstein ist Historiker und Sozialwissenschaftler und als Wissenschaftlicher Bibliothekar an der Universität Bielefeld tätig.

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