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Jahrgang 58
Nr. 6/2004 Dezember
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| DIE NEUE ORDNUNG | ||||
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Heinrich Basilius Streithofen
Der Schlaf der Gerechten und der Bart des Propheten Gegen den Islam scheint kein Kraut gewachsen.1 Der Dialog ist blockiert angesichts einer aus den Fugen geratenen Politreligion. Päpstliche Bemühungen richten sich allein auf Schadensbegrenzung.2 Enervierend und verwirrend sind die täglichen Meldungen über die Angriffe arabischer Reiterhorden auf Christen im Südsudan; die brutalstmögliche Unterdrückung der vogelfreien Christen in Saudiarabien; das gestörte Verhältnis der Türken zur christlich-byzantinischen Mutterkultur ihres Landes;3 die vielen Toten und seelisch wie körperlich Verstüm-melten islamistischen Terrors nicht erst seit dem 11. September 2001; das trotzige Durchsetzen islamischer Riten gegen die europäische Leitkultur (Schächtung, Schador, Strafen gegen Fußballer, die ihren Oberkörper entblößen u.s.w.); den fanatischen Antisemitismus, der Juden ungestraft als Feinde Gottes und Abkömmlinge von Schweinen und Affen bezeichnen darf. Die Liste der Rückzugsgebiete der offenen Gesellschaft und des Christentums weltweit und in Europa ließe sich fortsetzen.4 Mitten in unseren Städten vollzieht sich ein nie dagewesenes Großprojekt: die Verdrängung der europäischen Kultur durch den Islam.5 Viel steht auf dem Spiel, etwa die gleiche Würde aller Menschen ungeachtet Rasse, Religion und Geschlecht. In islamischen Ländern werden 50 Prozent der Bevölkerung in den Schrank gesperrt: die Frauen.6 Liegt das nicht vielleicht doch am Islam selbst? Da der Koran angeblich als perfektes Gotteswort in eine perfek-te Gesellschaft hinabgesandt wurde, wird Mohammeds Gottesstaat von Medina als normgebendes Gesellschaftsmodell festgeschrieben. Die Scharia, heute an-gewendet, katapultiert die Völker ins Mittelalter zurück, woher der Koran eben stammt. Das wäre genauso, wie wenn wir unsere Staaten wieder nach dem Sach-senspiegel organisieren würden. Der Islam ist beileibe keine harmlose Sache, sondern eine dynamische Weltanschauung, die geradezu auf politische Instru-mentalisierung angelegt ist. Die Christenverfolgungen in islamischen Ländern werden von katholischen wie evangelischen Kirchenstellen regelmäßig doku-mentiert und veröffentlicht. Europa hat ein massives Problem, und dieses Problem ist der Islam. Noch kann darüber offen gesprochen werden; in fünfzig Jahren wird das nicht mehr möglich sein. Aus der moralischen Falle herauskommen Das Problem Islam ist bei der hiesigen Bevölkerung mental und religiös nicht wirklich angekommen, geschweige denn verarbeitet, auch wenn die Medien, vor allem die F.A.Z. und „Die Welt“, wichtige Aufklärungsarbeit leisten. In den letzten drei Jahren seit dem 11. September konnte der Islam auf der psychologischen Ebene deutlich punkten und von der allgemeinen Aufmerksamkeit profitieren, während die Christen allenthalben in die Defensive gerieten. Der Koran ist Bestseller, der alljährliche „Tag der offenen Moschee“ feiert Besucherzuwächse. Wo gäbe es Demonstrationen gegen islamistischen Terror und Religionsmißbrauch? Stattdessen wohlwollende Zuwendung und vor allem viel Verständnis (man könnte auch von ziemlich einseitiger Toleranz sprechen). Der Islam positioniert sich als dominante, selbstbewußte Religion, die mit dem Pathos der Unterdrückten und Zukurzgekommenen7 noch aus dem barbarischsten Terror moralisches Kapital zu schlagen versteht. Man braucht nur den aggressiven Ton zu vermerken, mit dem der deutsche Islamrat und nicht nur er auf jede vorsichtige Kritik an Moslems reagiert.8 Man wird die Befürchtung nicht los, daß der typisch deutsche Reflex dazu neigt, je brutaler und unmenschlicher die nächsten Anschläge sein werden, die Schuld erst recht nicht bei den Mör-dern, sondern bei den Opfern zu suchen, die angeblich solche Verzweiflungsta-ten provoziert haben, nach dem Motto: Wie sehr müssen doch die Amerikaner und Israelis, müssen wir selbst jene Frauen und Männer in die Verzweiflung getrieben haben, daß sie sich selber und unschuldige Menschen in die Luft ja-gen? Vermutlich erhoffen die Hintermänner der islamischen Massenmörder genau diesen PR-Effekt: Je brutaler sie zuschlagen, um so inbrünstiger ringen Politiker nach Erklärungsversuchen und um so häufiger äußern Kirchenleute tiefen Respekt vor dem unterdrückten Islam. Der untadelige Moslem Bassam Tibi, der wie kaum ein anderer berechtigt ist, Irrtümer auch unter uns Christen aufzuklären, sagt, daß der Islam sehr wohl ein Feindbild Westen hat. „Die Kriegserklärung an die westliche Zivilisation war keine Tat verrückter Islamisten, sondern bringt ein mit Haß erfülltes Bild vom Westen zum Ausdruck. Friede und ein Dialog zwischen den Zivilisationen können nicht auf dem Boden von Selbstbezichtigung der einen und Schuldzuwei-sung der anderen gedeihen. Viele Muslime haben sich an ein Muster des christlich-islamischen Dialogs gewöhnt, bei dem deutsche Kirchenleute sich selbst bezichtigen und sich im Namen der Toleranz sowie christlicher Nächstenliebe Beschuldigungen von Islamisten gefallen lassen. Ein Objekt von Beschuldigungen ist kein guter Dialogpartner; Muslime denken anders als solche Kirchenleute: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das war die Logik der Djihad-Kämpfer, die sich in New York und Washington gegen den Westen wandten. Nach diesen Ereignissen müssen wir zu einem anderen Muster des Dialogs übergehen.“ Man beeilt sich zu sagen, der Islam sei eine Religion des Friedens. Er achte je-den Menschen und habe mit solchen Fanatikern nichts zu tun. Gewiß, der Islam ist als religiöses Phänomen zu achten. Millionen Menschen lassen sich vom Koran ansprechen und gewinnen tiefe Ehrfurcht vor Gott. Genau davon spricht auch das Zweite Vatikanische Konzil (Nostra Aetate 3; Lumen Gentium 16). Aber besteht nicht Grund genug zur Ernüchterung? Ist es nicht wahr, daß alle diese Fanatiker, die aus den Terrorlagern des Orients kommen, durch Koran-schulen gegangen sind? Daß ihre Lehrer Mullahs waren, ihr Feindbild Juden und Christen? Man hört sofort den Einwand: Aber die IRA! Doch welcher Kämpfer der IRA hat je eine Zeile des Evangeliums gelesen und wer ist nicht längst ex-kommuniziert? Gewiß, auch Hitler und Goebbels war Katholiken, aber sie waren weder fromm noch haben sie gebetet. Ihre Religion hat auf ihr Denken keinerlei Einfluß ausgeübt, außer daß sie den Katholizismus gehaßt haben. Anders ist es bei den islamischen Attentätern. Sie sind bis unter die Haarwurzeln fromme Muslime, die ihr Leben Allah weihen und zum Opfer bringen, wie sie es in ihren Abschiedsbotschaften verlauten lassen. „Die Welt“ hat sich über die voreilige Kapitulation mancher Intellektueller und insbesondere der Christen angesichts des 11. September gewundert und folgende Überlegung angestellt: „Angenommen, es hätte sich herausgestellt, daß die Selbstmörder-Mörder dieses schwarzen Septembers doch keine Moslems waren, sondern Katholiken: Würden wir dann auch in Zeitungskommentaren aufgefor-dert, ihre Motive zu verstehen? Würde mit dem Finger auf die große und ruhm-reiche Geschichte des Katholizismus gedeutet und gemahnt, daß es sich eigent-lich nicht gehört, Witze über den Papst zu machen? ... Würde man schreiben, daß Katholiken sich mit Recht durch die USA gekränkt fühlen, ein Land, das von Protestanten und Freigeistern gegründet wurde?“9 Diese Fragen zu stellen heißt, sie zu beantworten. Wir besudeln eher uns selbst, statt die Wirklichkeit des Islam wahrzunehmen. Es setzt bei uns sozusagen ein religiöser Appeasement-Reflex ein, der lieber im Christentum und besonders bei der katholischen Kirche jede Form der Intoleranz, der Religionskriege und des Fanatismus sucht. Aus dieser moralischen Falle müssen wir heraus, so schnell es geht, sonst betrei-ben wir ungewollt das Geschäft der Islamisten. Es geht gewiß nicht darum, den religiösen Islam mies zu machen und das Christentum hochzujubeln. Keiner will das Christentum von Fehlern freisprechen. Papst Johannes Paul II. hat sehr be-wußt in diese krisengeschüttelte Zeit hinein bewegende „Schuldbekenntnisse“ abgelegt für Unrecht, das im Namen der Kirche gegenüber Andersgläubigen begangen wurde. Aber es hieße, von allen guten Geistern verlassen zu sein, des-wegen das Christentum gegen den Islam eintauschen zu wollen. Das Christentum hat uns bei allem Auf und Ab eine Kultur des Lebens und der Freiheit beschert, eine Hochachtung der Personwürde und des moralischen Gewissens, eine Kultur der Achtung des Einzelnen und der Trennung von Kirche und Staat. Daß inner-halb dieser Kultur Religion nicht einfach austauschbar ist, ohne die europäische Kultur als ganze in Frage zu stellen, darauf gilt es die Zeitgenossen hinzuweisen. Und es gilt ihnen nahezubringen, daß das Christentum zu den tragenden Pfeilern der freiheitlichen Gesellschaft zählt, wenn es nicht überhaupt der tragende Pfei-ler ist. Religiös argumentieren und elementarisieren Seit Martin Luthers Rückzug auf das religiöse Gewissen hat eine unumkehrbare Reduzierung des Christentums auf Religion eingesetzt. Wir sind daher gewöhnt, zwischen Politik und Religion zu unterscheiden. Wenn dies so bleiben soll, muß die Politik alle rechtsstaatlichen Mittel einer wehrhaften Demokratie gegen den politischen Islam einsetzen.10 Andererseits dürfen die Christen den Islamismus nicht als rein politisches Phänomen ansehen. Die allgemeine Wahrnehmung des Islams, zur Zeit von politischen, militärischen und terroristischen Konflikten geprägt, darf nicht den Blick dafür verstellen, daß es sich natürlich auch um eine religiöse Auseinandersetzung handelt. Es hilft nicht, die politisch korrekte Parole ausgegeben, es gehe lediglich um einen politischen Konflikt, der den vertrauensvollen Dialog der Religionen vor Ort nicht beeinträchtigen dürfe. Gewiß soll man Konflikte nicht zum Religionskrieg aufbauschen. Aber Bischöfe und Theo-logen können und dürfen nicht einfach entwarnen. Wir können uns als Christen nicht zurücklehnen und auf Erfolge der politischen Krisentechniker warten. Denn da gibt es noch die religiöse Auseinandersetzung zwischen Christentum und Islam, die eine jahrhundertelange Geschichte hat und die theologisch angegangen werden muß. Um dies zu belegen, genügt ein Zitat aus „Der Welt“ vom 11. September 2004: „Sayyid Qutb, der geistige Vater Bin Ladens, hat es beschrieben: Es gibt ein Volk Gottes, die Muslime. Dieses Volk sei von Juden und Kreuzfahrern ange-griffen worden. Gegen sie werde es unter der Führung der muslimischen Vorhut einen Weltkrieg geben. Die Avantgarde strenger Gläubiger muß hart durchgrei-fen. Denn ‚der Tod derer, die um der Sache Gottes willen getötet worden sind, gibt der Sache Schwung, die auch weiterhin durch Blut gedeiht‘. Dieser Kampf werde der Dschihad sein. Der Sieg im Dschihad sei den Muslimen sicher. Da-nach werde die Herrschaft Gottes beginnen.“ Eine solche Brandrede ist auf den ersten Blick politisch-militärisch. Im Kern geht es Sayyid Qutb aber um den Krieg gegen Nicht-Muslime. Damit ist er sich der Sympathie aller Muslime sicher. Hinter allem Kriegsgeschrei steht also doch die Hoffnung auf den endli-chen Sieg des Islams über das Christentum. Daraus gilt es die Konsequenzen zu ziehen: Erstens, die Christen müssen ihre genuine Aufgabe wahrnehmen, religiös zu argumentieren, und zweitens, sie müssen elementarisieren. Die Auseinandersetzung mit dem Islam als Religion steht in Europa erst am Anfang. Immer wieder hört man, daß christliche Besu-chergruppen Moscheen besichtigen und von eloquenten Führern in perfektem Deutsch (bemerkenswert!) die Vorzüge des Koran erläutern lassen, aber nicht einen Satz herauskriegen, um ihre Sicht über Jesus Christus in Worte zu fassen. Das liegt vor allem daran, daß Christen weder vom Islam etwas wissen, noch auf klare und kurze Antworten vorbereitet sind. Sie mögen noch so engagierte Chris-ten sein und noch so viele theologische Bücher gelesen haben: Die akademische Theologie auf ihrem hohen Roß bringt derzeit leider keinerlei Nutzen für das Religionsgespräch vor Ort. Damit ist der zweite Punkt angesprochen: die Elementarisierung. Vor allem die katholische Theologie pflegt ihre Aversion gegen Elementarisierung, die gern als Banalisierung abgetan wird. Von Jesus Christus frei heraus als dem Sohn Gottes zu sprechen, erscheint ihr anmaßend. Der akademische Dünkel zeigt sich daran, mit welcher Nonchalance viele Theologen den „Katechismus der Katholischen Kirche“ (1993) ignoriert haben, der nun gerade Basiswissen des Glaubens bieten will. Hier ist ein Umdenken dringend erforderlich. Islam und Christentum sind Religionen, die klare Lehren formulieren. Moslems empfinden ihre Religion als einfach und logisch und damit dem Christentum überlegen. Was antworten wir z. B. auf die grenzenlos naive Behauptung, der Koran müsse von Allah selbst stammen, da er in vollkommenem Arabisch vom Himmel gefallen sei, als es diese Sprache so noch gar nicht gab? Nur in der „Herablassung“ auf dieses Ni-veau läßt sich ein fairer Dialog führen. Damit dies gelingen kann, müssen die christlichen Wahrheiten elementar und einsichtig in Konfrontation mit dem Ko-ran formuliert werden. Rahner und Küng können nicht helfen Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist viel Zeit ungenutzt verstrichen. Die katholische Theologie, die sich so gern im Wächteramt sieht, hat wacker an den „Zeichen der Zeit“ vorbeidoziert. Statt sich mit dem real existierenden Islam auseinanderzusetzen, hat sie eine Theologie der Illusionen aufgebaut. Eine der gewaltigsten Illusionen leistete sich Karl Rahner mit seiner These vom „anony-men Christentum“, die einer theologischen Kapitulation gleichkommt und jede ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Islam im Keim erstickt. In Rahners Weltbild sind alle Menschen guten Willens bereits verkappte Christen, ob sie wollen oder nicht. Moslems, Buddhisten und Religiöse jeder Art sind „anonyme Christen“, was nicht nur unschön an die „anonymen Alkoholiker“ erinnert, son-dern auch Moslems und Buddhisten bedenkenlos für das Christentum verein-nahmt.11 So viel guten Willen hat die katholische Theologie noch selten aufge-bracht: Denn wenn alle „anonyme Christen“ sind, braucht man ja nicht mehr zu missionieren. Mission ist Schnee von gestern. Es genügt, wenn Buddhisten „gu-te“ Buddhisten werden, Gurus „gute“ Gurus und Moslems „gute“ Moslems, und das ganz ohne christliche Einmischung vulgo Mission. Da in Rahners Theorie das immer wiederkehrende Wörtchen „gut“ steckt, führt das wie von selbst zur nächsten Illusion auf höchstem theologischen Niveau, diesmal vorgetragen von Hans Küng, dem von Kardinal Lehmann jüngst herzlich belobigten Dauerkirchenkritiker12 und nimmermüden Prediger des Welt-Ethos.13 In Zeiten der Globalisierung klingt das „Projekt Weltethos“ vielversprechend. Küng meint, die unterschiedlichen Lehren der Religionen verlören jede Brisanz und jedes Konfliktpotential, wenn alle Gläubigen, was auch immer sie glauben, „gute“ Gläubige sind und sich die Religionsvertreter darauf verständigen, „gute“ Menschen zu werden. Mit etwas gutem Willen werden so die Religionen ge-meinsam Frieden schaffen, und der individuelle Glaube verliert seine intolerante Fratze. Der Christ, der sich Jesus als Leitstern gewählt hat, hat gleich Moham-med mitgewählt, insofern der sich auf den einen Gott und auf Jesus beruft. Ziel-punkt ist allein das transreligiöse Ideal des Gutmenschen. So wie seit dem Fall der innerdeutschen Mauer der Kommunismus erledigt ist, so sind seit dem Sturz des Twin-Tower von New York das Rahnersche „anony-me Christentum“ und das Küngsche „Welt-Ethos“ pulverisiert. Die Bilanz ist ernüchternd: Die katholische Theologie hat wertvolle Jahrzehnte in der Ausei-nandersetzung mit dem Islam verloren, weil sie in grenzenloser Naivität an das Gute im Menschen geglaubt hat. Das ist wie mit Hundehaltern, die wohlmeinend versichern: Mein Hund beißt nicht! Aber weiß das auch der Hund? Fakt ist, daß Rahner und Küng weit über die deutschen Grenzen hinaus im gebildeten und vulgären Katholizismus missionarische Dynamik unterbunden und Lähmungs-symptome an den Gliedern des Leibes Christi, der Kirche, verursacht haben. Katholische Fakultäten in der Pflicht Der Roll-over des Islamismus bügelt derlei Illusionen platt. Die katholische Theologie in Deutschland ist, wenn die zwei Dutzend staatlich alimentierten Fakultäten und Hochschulen überhaupt noch ihr Geld verdienen, dazu aufgeru-fen, die preisgekrönten Illusionen ihrer Galionsfiguren zu Grabe zu tragen. Sie müssen die nachwachsenden Theologen, Prediger und Katecheten befähigen, sich kompetent und selbstbewußt mit dem Islam auseinanderzusetzen,14 und zwar mit dem Anspruch der Wahrheit: „Seid stets bereit, jedem Rede und Ant-wort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein gutes Gewissen“ (1 Petr 3,15-16; vgl. Sure 16,126-129).15 Es geht um überzeugende, gewinnende Darlegung, was die alten Griechen „apodeiktische Rede“ nannten. Christliche Turban-Prediger, die erst mit Worten, dann mit Waffen schießen, brauchen wir nicht. Nur wenn sie mit der Gelassenheit gläubiger Vernunft belehrt werden, werden auch die „normalen“ Christen vor Ort dem religiösen Islam ohne Herzflattern und Zun-genstarre begegnen können. Der größte Vorteil des Christentums gegenüber dem Islam ist zugleich ein psy-chologischer Nachteil: Das Christentum ist viel älter; ganze 600 Jahre nach Jesus kommt Mohammed. Somit verlaufen die entscheidenden ersten Jahrhunderte des Christentums ohne jede Auseinandersetzung mit dem Islam, während sich die nachgeborene Religion von Anfang an gegen das Judentum und Christentum ausbreitet. Ein Moslem weiß also aus dem Koran ziemlich genau, was er von den Christen halten und wie er sie kritisieren soll. Demgegenüber haben die Christen häufig keine feste Meinung zum Islam, weil das Neue Testament sie nicht kon-kret auf die kommende mohammedanische Lehre, sondern nur allgemein auf apokalyptische Falschpropheten und Pseudomessiasse vorbereitet (Apk 19,20). Diesen Nachteil gilt es durch gediegene Information auszugleichen.16 Das eröffnet ein weites Aufgabenfeld für die katholische Theologie. Konkret bedeutet dies, daß jede einzelne Disziplin der katholischen Theologie ihren a-bendländischen Schrumpfblick aufgeben und in Forschung und Präsentation der eigenen Lehre die islamischen Positionen ins Kalkül ziehen sollte. Dabei den Bart des Propheten zurechtzustutzen, ist nicht unanständig, vielmehr ist es der Taufe geschuldet und intellektuell geboten, sich mit dem Islam kritisch und gläubig auseinanderzusetzen. Der ganze Fächerkanon ist hier gefragt, gerade auch solche Disziplinen, die bisher keine Notwendigkeit dazu sahen. Es tut dem Christentum keinen Dienst, wenn hochgelehrte Professoren es als „apologetisch“ und zu banal abtun, das Christentum gegen den Islam zu stellen. Solche man-gelnde Wachsamkeit hat in der Vergangenheit dazu geführt, daß man munter die christliche Lehre hinterfragt und umdeutet jeder Professor hat da seinen per-sönlichen „Ansatz“ , ohne die Konsequenzen zu sehen, die nicht selten dem Islam in die Hände spielen. Insofern kann die Auseinandersetzung mit dem Islam helfen, genuin christliche Lehren wieder schärfer zu fassen und auf den Boden der biblischen Lehre zurückzukehren. Es bleiben Zweifel, ob die Fakultäten zu dieser Anstrengung willens und in der Lage sind, schon deshalb, weil sie teilweise selber Opfer ihrer theologischen Aufweichtheologie geworden sind. „Bekenntnis“ und „Wahrheit“ sind ortlose Begriffe in einer heldenlosen Theologie des Religionspluralismus geworden17, deren Ideal Lessings Ringparabel, nicht das Wort vom Kreuz ist. Professorale Großordinarien orientieren sich nun einmal eher am Wohlfühlbürger im Schlammbad denn an Laurentius auf dem Marterrost. Zugleich sehen sie sich dem Druck externer Evaluation und sinkender Akzeptanz in der Gesellschaft ausgesetzt. Ihre staatliche Nützlichkeit und multikulturelle Verträglichkeit stehen zur Debatte. Da bietet es sich an, nach neuer Legitimation zu suchen, indem man sich klammheimlich nicht mehr als kirchliche Theologie, sondern als christliche Religionswissenschaft definiert.18 Die Folgen liegen auf der Hand: Das Christentum wird zum bloß „religiösen Phänomen“ neben anderen. Der Islam taucht in solchem religionswissenschaftli-chen Kontext nicht mehr als Gegenreligion, sondern als mehr oder weniger ge-lungene Neukonzeption von Religiosität auf. Der existentielle Anspruch einer solchen Wissenschaft besteht nur noch darin, den Wert von „Religiosität“ an sich und ihren staatspolitischen Nutzen hochzuhalten. Das Konkrete der Religionen wird zweitrangig, austauschbar, von Wahrheit kann schon gar nicht mehr die Rede sein. Es ist dies exakt das Konzept der New-Age-Spiritualität, das sich auf diesem Weg Eingang in die Fakultäten verschafft. Insider beobachten diesen Trend seit langem; er bestimmt zusehends Wünsche und Anforderungen an den akademischen Nachwuchs. Entgegen solchen Fehlentwicklungen unterliegen die katholischen Fakultäten jedoch einem klar definierten kirchlichen Auftrag. Nicht nur unterliegen die Dozenten dem kirchlichen Lehramt, sondern sie sollen auch für ihre Studenten „Lehrer des Glaubens“ und „Zeugen der evangelischen Wahr-heit“ sein (Apostolische Konstitution „Sapientia Christiana“ von 1979). „... denn ihr habt ein gutes Gewissen“ Im Idealfall befaßt sich eine zu ihrem kirchlichen Auftrag stehende Theologie unermüdlich in der gesamten Breite ihrer Disziplinen mit dem Islam. An erster Stelle ist die Fundamentaltheologie gefragt. Ihr obliegt es, die Kernpunkte künf-tiger Auseinandersetzungen und eine Strategie der Entgegnung zu entwickeln. Dies gilt es dann in den einzelnen Disziplinen theologisch und pastoral umzuset-zen. Dazu muß keineswegs die Theologie neu geschrieben werden. Es geht auch nicht darum, sozusagen ad extra Theologie in Missionstraktate umzuschreiben. Im Lauf der Kirchengeschichte hat man sich nie allzu viel von Missionslektüre versprochen. Der missionarische Effekt des Christentums liegt nicht in ge-schwärzten Blättern, sondern im Blut seiner Märtyrer (aber bitte im katholischen Sinn des Märtyrer-Begriffs!). Es muß der akademischen Theologie in erster Linie darum gehen, ad intra die Theologen, Prediger und Gläubigen intellektuell zu stärken, denn wer in einer Moschee nichts über Jesus Christus sagen kann, der kann wohl überhaupt nichts über seinen Glauben sagen. Wie massiv muß christ-liche Verkündigung und Theologie versagen, daß es soweit kommt! In der Bibelwissenschaft erweist es sich nun als verhängnisvoll, daß die Exegeten in den vergangenen Jahrzehnten die Bibel unters Messer genommen haben, wie das sonst nur Pathologen mit Leichen tun: Ebenso kompetent wie gefühllos wur-den die Texte schichtweise gehäutet, um irgendwann auf einen „historischen Kern“ und „wahren Jesus“ zu stoßen: Operation gelungen Patient tot. Anders gesagt: die Bibelforscher haben in weiten Teilen den Sensus für die Göttlichkeit der Bibel und den Respekt vor dem Gotteswortes verloren. Sie betreiben ihr Fach nurmehr als Literaturgeschichte. Von einem solchen Stück Literatur läßt sich aber nicht vermitteln, daß es mehr zum Heile dienen sollte als etwa Schillers Räuber. Schon deshalb hat der Vatikan recht, wenn er dringend anmahnt, histo-risch-kritische Exegese nicht gegen die Heilige Schrift zu betreiben, sondern mit ihr.19 Es kann nicht sein, daß die Heilige Schrift von jedem Professor wie ein Huhn gerupft und dann wieder irgendwie zusammengeklebt wird. Gerade in solcher Willkür sehen Moslems ihre Meinung bestätigt, die Schrift der Juden und Chris-ten sei verfälscht. Wenn jedoch Altes und Neues Testament „Gotteswort in Men-schenwort“ sind, wie wir glauben, dann muß sich das auch in der konkreten Auslegung niederschlagen. An den Anfang jeder vom kirchlichen Glaubensbe-wußtsein getragenen Exegese gehört daher der Traktat „Über die Inspiration der Bibel“. Heilige Schrift ist nicht Heilige Schrift! Christliche Exegese muß um ihrer eigenen Wissenschaftlichkeit willen der „Verbalinspiration“ des Koran entgegentreten, die durch ihre völlige Geschichts- und Kritiklosigkeit nicht über-zeugen kann. Denn wo jeder Buchstabe des arabischen (!) Koran von Gott dik-tiert ist, bleibt kein Platz mehr für Theologie als Wissenschaft. Ferner wird bei einzelnen alttestamentlichen und neutestamentlichen Schrifttexten auf Übernah-men und Umdeutungen im Koran hinzuweisen sein. Immerhin hält sich der Is-lam zugute, die Buchreligionen Judentum und Christentum zu dulden. Aber das ist eine formale Konzession und keine Gewähr für religiöse Toleranz, denn in concreto hält er das Alte und Neue Testament an entscheidenden Stellen für gefälscht. Deshalb stimmt es nicht, die Nähe des Koran zur Bibel erleichtere den Dialog; das Gegenteil ist der Fall.20 Ein Beispiel: Der Koran kennt Jesus. Aber wie!? Er behauptet, einer alten Le-gende aufsitzend, nicht Jesus, sondern ein anderer sei an seiner Stelle gekreuzigt worden (Sure 4,157-159). Aber warum sollten wir Mohammed mehr Vertrauen schenken, der 600 Jahre nach Christus gelebt hat, als den Zeitgenossen Jesu, den Aposteln, die mit dem Herrn gelebt und seinen Tod bezeugt haben? „Er, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist zuverlässig, und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt“ (Joh 19,35). Mohammed nennt sich Prophet. „Propheten“ sollten die Zukunft voraussagen, aber die Geschichte den Historikern überlassen. Andernfalls könnte man auch behaupten, Cicero, der größte Redner des Altertums, sei in Wahrheit ein Stammler und Alexander der Große ein leidenschaftlicher Sammler von Modelleisenbahnen gewesen. Wun-dern braucht man sich allerdings über die offensichtlichen Unwahrheiten des Koran nicht, denn sogar die moderne Exegese hat die Verwechslungshypothese ein anderer sei statt Jesus ans Kreuz geschlagen worden für bedenkenswert gehalten. Schwerer als solcher Unfug wiegt jedoch der Minimalismus, der heute in der Exegese vorherrscht und dem Islam in die Hände spielt. Minimalisten stellen alles bis auf den Grund in Frage. Nichts darf im Neuen Testament als historisch sicher gelten; jeder Vers wird verdächtigt, nachträglich eingefügt im Klartext: gefälscht! worden zu sein. Wenn man etwa das Büchlein „Jesu ureigener Tod“ (Freiburg 1975) des gewiß ehrenwerten Heinz Schürmann liest, so bleibt von Jesu Tod und seiner Heilsbotschaft praktisch nichts übrig außer wackelige Be-hauptungen, gestützt auf ein paar „authentische“ Satzfetzen Jesu. Solcher Mini-malismus kann als Methode gerechtfertigt sein, er hilft aber weder der christli-chen Botschaft noch dient er der Auseinandersetzung mit dem Islam. Daß es auch anders geht, zeigt zum selben Thema die glänzende Studie von Vittorio Messori „Gelitten unter Pontius Pilatus?“ (Köln 1997). Hier wird kritische Exe-gese nicht gegen die Intention des Evangeliums betrieben, sondern aus seiner innersten historischen und theologischen Wahrheit heraus. Auch das Alte Testament ist im Dialog mit dem Islam gefragt, denn auch hier haben manche Fachvertreter unnötig zur Verunsicherung beigetragen, indem sie nicht mehr vom „Alten“ und „Neuen“ Testament sprechen, sondern vom „Ers-ten“ und „Zweiten“ Testament.21 Das ist wie beim Fernsehen: Wenn es ein „Ers-tes“ und „Zweites“ gibt, gibt es bald auch ein „Drittes“, „Viertes“ und „Sound-sovieltes“. Damit ist die Tür geöffnet, um auch den Koran als Gotteswort und „Testament“ zu adeln. Das schwächt die christliche Position, ohne irgend etwas für den Dialog mit dem Islam abzuwerfen, der sich natürlich nicht damit zufrie-den gibt, ein „Drittes“ Testament zu haben, sondern auf der Alleingültigkeit des Korans beharrt. Aber, könnte man einwenden, tut der Koran nicht einfach dasselbe wie vorher die Christen: Erst haben die Christen das Gesetz der Juden durch ihr Evangeli-um, dann die Muslime beides durch den Koran ersetzt? Dieser Frage kann die alttestamentliche Exegese nicht ausweichen, will sie nicht in der Luft hängen. Die Antwort kann nur das Herrenwort sein: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzu-heben, sondern um zu erfüllen“ (Mt 5,17). Altes und Neues Testament sind zu-sammen gültiges und abschließendes Gotteswort, und zwar gerade in ihrer ge-genseitigen Verwiesenheit: Das Alte Testament wird verständlich vom Neuen her und umgekehrt. Das Alte Testament bleibt für die Christen anders als für die Muslime das unverfälschte Gotteswort; sie bewundern es als das monumentalste religiöse Buch der Weltgeschichte überhaupt, in das unersetzbare und unwieder-holbare Gotteserfahrungen Eingang gefunden haben. In Jesus Christus ist die im Alten Bund anhebende Offenbarung abgeschlossen, wie das Zweite Vatikanische Konzil sagt (Dei Verbum 4). Der Koran bietet demgegenüber keine wirklich neue Gotteserkenntnis; er kann moralische, keine göttliche Autorität beanspru-chen.22 Altes und Neues Testament bleiben ihm fremd, denn er vermag darin bei allem Respekt vor den „Schriftbesitzern“ nur Fälschung zu erkennen (Sure 2,75; 3,71), und damit ist jede Möglichkeit zu einem fruchtbaren Gespräch zunichte gemacht. Die katholische Moraltheologie hat immense Aufgaben zu bewältigen, denn das unterscheidend Islamische und Christliche zeigt sich im Menschenbild. Aller-dings hat die jüngere Moraltheologie die katholische Position entscheidend und nachhaltig geschwächt, indem sie nicht mehr in den Geboten Gottes, sondern im autonomen Gewissen des Einzelnen die Quelle der Moral ausmacht.23 Jetzt kann also jeder Einzelne darüber bestimmen, was er nach Abwägung aller Gründe und Gegengründe jeweils in seiner konkreten Situation für richtig hält. Natür-lich geht das nicht. Denn dann hat auch Hitler richtig gehandelt, wenn er nur seinem Gewissen gefolgt ist. Soweit kommt es, wenn der einzelne Mensch zum Maß von Gut und Böse wird. Inzwischen spricht man noch schwammiger von „Werten“, und alle paar Wochen stellen neueste Umfragen einen „Wertewandel“ fest. Umfragewerte werden zu ethischen Werten! Es gehört zu den trostlosesten Aspekten der gegenwärtigen Theologie, daß sie durch ihre Zeitgeistmoral zur Unkultur des Todes, des Sexismus, der ärztlichen Kindstötung und Verhütung beiträgt. Der jahrzehntelang auch in den Hörsälen als „Pillen-Papst“ verächtlich gemachte Paul VI. war klüger als die Verhütungslehrer. Denn die giftigen Früch-te der sexuellen Revolution lassen evidentermaßen das europäische Christentum biologisch verschwinden. Muslime können das nur als Bestätigung ihrer Auffas-sung vom moralisch minderwertigen Christentum sehen. Die Auseinandersetzung mit dem Islam könnte frischen Wind in die Moraltheo-logie bringen. Der Islam vertritt eine starre Gesetzesethik, gegründet auf detail-lierte Vorschriften Mohammeds, die damals relativ modern waren, aber längst zur Entwicklungsbremse geworden sind. Christliche Ethik gründet hingegen in der Gottesebenbildlichkeit des Menschen: „Gott schuf den Menschen nach sei-nem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie“ (Gen 1,27). Gerade dies begründet die Frische christlicher Moral und zugleich die überragende und unveräußerliche Würde jedes einzelnen Menschen, egal welcher Rasse, Religion oder welchen Geschlechts.24 Die Zehn Gebote gehören zu den Kernverpflichtungen der Menschen, die in jeder Kultur neu zu konkreti-sieren sind. Es gehört zu den fundamentalen Rückschritten des Islams, daß er die Gottesebenbildlichkeit des Menschen ablehnt, weil für ihn nichts und niemand irgendwie mit Gott ähnlich sein darf. Damit mag er zwar der Ehre Gottes Genü-ge tun, aber der Mensch kommt dadurch zu kurz. Nicht zufällig haben sich die Menschenrechte im westlich-abendländischen Kulturkreis entwickelt und ver-kümmern überall da, wo der Koran das Sagen hat. Viele andere Themen wären anzuschneiden, etwa in welchem Verhältnis Kollek-tiv und Individuum stehen, oder wie sich im Islam der Schutz des Lebens mit dem sogenannten Heiligen Krieg gegen „Ungläubige“ vereinen läßt. Wie sehen die Religionen den Wert jeden menschlichen Lebens unabhängig von seinem Glauben und seiner Religion? Wie begründet sich der moralische Wert der in der islamischen Welt teils verständnislos teils höhnisch betrachteten christlichen Jungfräulichkeit? „Wer um meines Namens willen Brüder Schwestern, Vater, Mutter, Kinder, Äcker oder Häuser verlassen hat, wird ein Vielfaches dafür be-kommen und das ewige Leben gewinnen“ (Mt 19,29). Beginnt hier nicht gerade-zu eine neue Moral25, die eine geschichtlich einmalige Freiheitsgeschichte der Frau auslöst, die sich, vom Heirats- und Gebärzwang befreit, aus dem Korsett des orientalischen Familienbegriffs lösen und im Glauben mit Christus vermäh-len darf? Mag auch solche Mystik heute wenige überzeugen, so war sie doch geschichtsmächtig und hat eine gesellschaftsverändernde Kraft entfaltet, von der die Frau im Islam nur träumen kann.26 Im universitären Betrieb der Kirchengeschichte fällt der Islam in der Regel ins Vorlesungsloch, weil seine Anfänge im 7. Jahrhundert in die allgemein stiefmüt-terlich behandelte Zwischenzeit zwischen Altertum und Mittelalter gehört. Hinzu kommt, daß der Orient meist nicht ins Blickfeld hiesiger Historiker gerät. Hier sollte Abhilfe geschaffen werden, zumal die Studie von Bat Ye’or „Der Nieder-gang des orientalischen Christentums unter dem Islam“ (Gräfelfing 2002) einen hervorragenden Überblick über die leidvolle Geschichte der Christenheit unter dem Halbmond bietet und geeignet ist, allzu optimistische Erwartungen an die Integration des Islams in Europa zurechtzurücken. Es gehört auch ins allgemeine Bewußtsein, daß der Islam keineswegs die orientalischen Christen religiös über-zeugt und aus religiöser Einsicht in Scharen in die Konversion getrieben hat. Die Kirche hat sich sehr bald und nicht ohne Erfolg theologisch mit den Neugläubi-gen auseinandergesetzt. Wichtige Schriften hierzu sind inzwischen in deutscher Übersetzung greifbar.27 Die rasche Ausbreitung des Islams verdankt sich demographischen, politischen, wirtschaftlichen und militärischen Faktoren. Ein Religionsstifter, der aktiv Krieg führt und scharenweise Wehrlose umbringt und in die Sklaverei verkauft, ent-larvt sich als Pseudoprophet und verfällt dem Gericht (Mt 5,21). Bekannt ist vor allem Mohammeds blutige Rache an den Juden von Medina.28 Jeder Tourist in Istanbul besucht das islamische Heiligtum im Topkapi Palast; dort werden die Waffen Mohammeds als Reliquien aufbewahrt. Ein Religionsstifter als Säbel-held! In späteren Zeiten hätte Mohammed für seinen Kriegsmut die Nahkampf-spange in Gold erhalten. Der Fluch der Gewaltbereitschaft, von Anfang an reli-giös gerechtfertigt, verfolgt den Islam bis heute. Keine Religion bildet seine Zöglinge so systematisch und einsichtslos zu Haß und Intoleranz aus wie der Islam. In diesen Zusammenhang gehört sein verhängnisvolles Märtyrerideal, das den im Glaubenskrieg gefallenen Soldaten heroisiert. Das hat mit dem genuinen christlichen Märtyrertum, in dem es unter allen Umständen auf Gewaltlosigkeit ankommt, nur noch den Namen gemein. Und so droht letztlich, wenn die Chris-ten schweigen, ihr eigener Ehrbegriff des Martyriums zum Unwort und Inbegriff religiöser Intoleranz zu werden.29 Christus und Mohammed Die missionarische Kraft des Islam ist nicht zu unterschätzen. Religiös ungefes-tigten Christen kann er leicht suggerieren, der Koran erkläre doch nur die Bibel auf Arabisch.30 Man könne also Moslem werden und trotzdem weiterhin die Bibel lesen, man bleibe weiter gottgläubig, könne auch weiterhin Jesus für einen großartigen Menschen halten, der sogar noch großartiger werde, je mehr man ihn von alten Mißverständnissen befreie. Es sei eigentlich nur erforderlich, in Mo-hammed den wahren religiösen Führer anzuerkennen. Das klingt alles gut, atmet eine geradezu religionsverbindende Toleranz, aber wer sich darauf einließe, müßte in Wahrheit seinen christlichen Glauben aufgeben. Egal welchen Illusio-nen manche anhängen mögen: Der Koran will tabula rasa schaffen und alles Vorherige ersetzen. Das Christentum in Europa ist am stärksten durch seine eigene Verunsicherung gefährdet. Dagegen anzugehen, erfordert Glaubensrückgrat und Bekenntnisfreu-de, die durchaus auch in der bedrängenden Auseinandersetzung mit dem Islam wachsen können. Ein beeindruckendes kluges Beispiel hierfür ist das Buch „Der einsame Gott des Islam“ (Münster 2003), dessen Autorin Hanna Kohlbrugge den Islam tief durchdacht und seine ebenso theologische wie existentielle Unzuläng-lichkeit in seltener Klarheit durchschaut hat. Was ist das Wichtigste, das Zentrale christlichen Glaubens, was ist das erste, ureigenste Argument, Christ zu sein? Ohne langes Rumreden: daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist!31 Darin ist Jesus der Christus konkurrenzlos einzigartig. Ohne Jesu exklusive Gottessohnschaft implodiert die Kirche. Das wußte auch Mohammed. Deshalb beharrte er darauf, daß Jesus nur Diener Gottes und Pro-phet sei (Sure 9,30), auch wenn er ihn in seiner verengten Sicht durchaus schätzte.32 Davon wollen die Muslime die Christen bis heute zuallererst überzeu-gen: Es gibt nur einen Gott, Mohammed ist sein Prophet, und auch Jesus ist nur Prophet. Damit geben sie freilich zu, daß der Gottessohn etwas Größeres ist als ein Prophet; daß Mohammed eben nur ein Prophet ist, nicht mehr. Gewiß, Mo-hammed besaß eine starke Vision vom allbarmherzigen Gott, dem allein alle Ehre gebührt, eine Vision, die noch jeden Propheten entflammt hat: einen Jesaja, Jeremia und Daniel ebenso wie die anderen Propheten. Und dann kommt Jesus, dann Mohammed und warum sollte er der letzte Prophet gewesen sein? Nein, antworten die Christen, Jesus ist mehr als alle Propheten: Er ist der einzige und wahre Sohn Gottes. Warum? Weil er selbst es von sich sagt (Mt 16,16-17), und das ist weit mehr, als Mohammed für sich beansprucht hat. Mohammed woll-te nur Prophet sein. Warum sollte Jesus unglaubwürdiger sein als Mohammed, nur weil er Größeres von sich sagt? Warum sollte der heilsbedürftige Mensch in der Wette seines Lebens (Blaise Pascal) auf ein Karo Sieben setzen, wenn er das Herz-Ass auf der Hand hat? Jesus hat ja nicht unüberlegt dahergeredet, vielmehr genau diese Diskussion geführt, wer er denn wirklich sei, als man ihn fragte: Bist du einer der Propheten, bist du wie Johannes der Täufer oder bist du der neue Elija (Mt 16,14)? Und Jesus antwortet: Ich bin viel mehr, ich bin der Sohn des lebendigen Gottes! Nun gehören Sohn und Vater zusammen: Im Sohn erschließt sich Gott in ganz neuer Weise als unser himmlischer Vater. Der Gott Mohammeds hingegen ist ein einsamer Gott. Er bleibt da oben, und nichts darf an ihn herankommen, um seine Einheit und Einzigkeit nicht zu stö-ren. Er gibt das Gesetz (Koran, Scharia), aber es ist kein Zeichen wirklicher Solidarität mit den Menschen, denn es verfügt nur, was zu tun ist. Dagegen wen-den Moslems gern ein, Gott sei barmherzig, denn er sei dem Menschen näher als seine Halsschlagader. Aber selbst das ist einseitig, nur von oben her gedacht: Gott überwältigt den Menschen. Der Mensch von sich aus kann sich Gott nie und nimmer nähern. Er ist geschaffen worden, um dem einzigen Gott zu dienen und gehorsam zu sein. So bleibt der Islam eine unglückliche Gesetzesreligion, die alle in die Unterwerfung zwingt. Er zielt von vornherein auf eine Gemeinschaft, die das offenbarte Gesetz als Norm ihres gesamten Lebens anerkennt, auf die theokratische, dem Gottesdiktat unterworfene Gemeinde. Geschichte ist Ge-schichte Gottes, aber als Geschichte des Menschen ist sie tot. Die Folge ist eine tiefe Resignation. Der Islam dreht das Rad der Religionsgeschichte um einen hohen Preis zurück. Es war doch gerade die Befreiung vom Gesetz in Christus, die Paulus so ü-berschwenglich jubeln ließ. Warum? Weil das Gesetz seine Kraft verliert, wenn in Christus Gott selbst auf die Erde kommt. Wozu jetzt noch Propheten und Boten? Wozu diese künstliche Trennung zwischen Himmel und Erde? Welch beglückende Ungeheuerlichkeit! Gott befreit sich aus dem Kerker des Himmels, weil die Menschen zu mehr in der Lage sind, als einem Gesetz zu gehorchen. In Christus springt Gott lustvoll vom Himmel herab, wie die Kirchenväter sagen, um Geschichte mit den Menschen zu machen. Damit beginnt ein ungeahntes Abenteuer zwischen Gott und Mensch, in dem nichts diktiert wird, in dem der Mensch ringen darf mit Gott, ja, ihn ans Kreuz schlagen darf. „Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3,16-17). Darin steckt die Maximalsteigerung von Religion. Mehr geht nicht. Warum weniger wollen, wenn so viel versprochen ist? In Jesus Christus setzt sich der Vater selbst für die Menschen ein. Die Geschich-te der Menschen entwickelt sich so sehr daneben, gerät unter den Fluch der Sün-de, daß der Vater den Sohn sendet, der den verlorenen Schafen nachgeht, der sich den Wölfen aussetzt, um die Schafe zu retten. Das macht die ganze Drama-tik und Spannung der Geschichte bis in jede einzelne Biographie hinein aus. Wir sind Sünder, Gott sagt nicht einfach von hoher Warte: Laßt mich das machen, Schwamm drüber, ich hab’ das schon im Griff, ich bin ja Gott, noch dazu all-barmherziger Gott. Nein, nicht so, genau das Gegenteil: Das Allerschwerste für Gott ist es, die verlorenen Söhne und Töchter wiederzufinden. Schwer ist das nicht, weil Gott grausam wäre, sondern weil er unsere Freiheit respektiert. Und welcher Vater, welche Mutter wüßte nicht, wie schwer es ist, die Freiheit der Kinder zu respektieren! Gerade deshalb ist es das Allerschwerste für Gott, die Sünden seiner widerspenstigen Kinder zu vergeben, ohne ihre Freiheit zu verlet-zen (Mk 2,9-11). So ernst nimmt er uns. Der Sohn geht für die Neinsager ans Kreuz. Nicht die Gottesleugner werden vom Blitzstrahl vernichtet, sondern Gottes Sohn läßt sich vom Nein der Menschen hinrichten. Es kostet ihn sein Blut. Durch seinen Tod schenkt er uns die volle Freiheit, Ja und Nein zu sagen. Diese Freiheit kommt von der Liebe Gottes. Kein noch so ehernes Religionsgesetz vermag Menschen auf Dauer an Gott zu binden, aber Gottes freisetzende Liebe, die in den Tod geht, schmiedet Eisenketten. Das ist die ganze Dramatik der Geschichte. Der Sohn Gottes kommt vom Himmel herunter wahrer Mensch und wahrer Gott. Warum so kompliziert? Gott ist das Leben schlechthin, und das Leben kann nicht sterben. Bliebe Gott Gott, bliebe er den „Sterblichen“ ewig fremd. Deshalb wird Gott Mensch. Er wird, was er nicht war (wahrer Mensch), ohne aufzuhören, was er ist (wahrer Gott) (Phil 2,6-8; Konzil von Chalkedon). Er stirbt am Kreuz nicht seinen Tod, da doch das Leben nicht sterben kann; er stirbt unseren Tod am Kreuz! Das reißt den Himmel auf und läßt uns die Sonne sehen. Im Koran ist das alles weg. Die Luft ist raus. Gott bleibt im Himmel. Es gibt keine wirkliche Brücke zwischen Gott und Mensch. Es gibt nur Propheten, die mahnen und mit dem Finger zum Himmel deuten können. Der Mensch bleibt, wie er ist, gut oder böse. Denn „Gott ist größer als alles“ und verfügt alles. Re-signation. Kismet. Das ist die völlige Spannungslosigkeit der Geschichte, ja die größte Un-Menschlichkeit, denn: „Keiner wird die Last des anderen tragen“ (Sure 35,18).33 Jeder ist im Gericht nur sich selbst verantwortlich, und wenn Gott alles ohne uns tut, dann kann er uns in Wahrheit nicht helfen. Es gibt nur immer wieder religiös begabte Propheten, die uns mahnen, die uns mit mehr oder weni-ger Gewalt drängen, religiös zu sein. Aber wozu? Wenn Gott doch so kalt ist? Wozu, wenn wir so bleiben, wie wir sind? Wie anders ist da christlicher Glaube. Wieviel weiter und wirksamer, weil er der ganzen Wirklichkeit des Menschen gerecht wird; weil er Gott so viel näher bringt, so viel menschlicher sehen läßt, so ganz aus Fleisch und Blut. Anmerkungen 1) A. Locker, Ist der Islam zu überwinden?, in Die Neue Ordnung 58 (2004) 280-290. 2) Vgl. M. Kopp (Hrsg.), Johannes Paul II. Versöhnung zwischen den Welten. Im Ge-spräch mit den Religionen, München 2004: H.-J. Fischer, Den „Kampf der Kulturen“ entschärfen. Papst Johannes Paul II und der schwierige Dialog der katholischen Kirche mit dem Islam, in F.A.Z. vom 20. Sept. 2004, S. 10. 3) Vgl. Religionsfreiheit in der Türkei: Viele Fragen, in KNA ID Nr. 7/8 vom 18. Febr. 2004, S. 8-9. 4) Sehr eindringlich S. Fauzi, Tacheles. Islam in Deutschland an den Grenzen der Tole-ranz?, Hannover 2003; H. Gstrein, Alleinherrschaft trotz Toleranz, in G2W. Ökumeni-sches Forum für Religion und Gesellschaft in Ost und West 32,9 (2004) 18-21. 5) A. Goerlach, „Die neue Weltunterordnung. In Vorbereitung auf einen Kulturdialog mit Europa, wie ihn der Islam versteht. An Kairos Al-Azhar-Universität erfährt man die Zu-kunftspläne der arabischen Welt“, in F.A.Z. vom 15. Mai 2004, S. 45. 6) Chr. Schirrmacher / U. Spuler-Stegemann, Frauen und die Scharia, München 2004. Käßmann warnt vor Unterdrückung, in KNA ID Nr. 32 vom 4. Aug. 2004, Seite 2. 7) Vgl. B. Lewis, Der Untergang des Morgenlandes. Warum die islamische Welt die Vormacht verlor, Bergisch-Gladbach 2002. 8) Aktuell die Kritik am Ratsvorsitzenden der EKD, Wolfang Huber, und am Bundesprä-sidenten Horst Köhler; Welt am Sonntag vom 19. Sept. 2004, S. 10. 9) H. Stein, „Die Kränkung. Die bloße Existenz des Westens ist für den Islam ein ständi-ger Affront“, in Die Welt vom 22. Sept. 2001. 10) Vgl. S. Faath / H. Mattes, Zunehmende Verhärtung. Die arabische Debatte über Islam und Demokratie, in Herderkorrespondenz 58 (2004) 291-296. 11) Vgl. L. Scheffczyk, Die Heilsverwirklichung in der Gnade, Aachen 1998, 201-202; P. Burke, Reinterpreting Rahner. A Critical Study of His Major Themes, Fordham 2002. 12) J. Meisner, Über einige Aspekte des Katholikentages in Ulm, in Theologisches 34 (2004) 394-396; L. Scheffczyk, „Vielfalt ohne Einheit. Gläubig ist noch nicht katholisch. Zum ‚Höhepunkt’ des Ulmer Katholikentages“, in Die Tagespost vom 10. Juli 2004, S. 5-6. 13) H. Küng, Projekt Weltethos, München 1990; Chr. Hasselmann, Die Weltreligionen entdecken ihr gemeinsames Ethos, Mainz 2002. 14) Man wünschte sich ein auf den Islam hin geschriebene Dogmatik für Prediger wie jene vorzügliche, jedoch rein innerkirchliche von K. Müller / B. Stubenrauch, Geglaubt bedacht verkündet. Theologisches zum Predigen, Regensburg 1997. 15) A. A. Roest-Crollins, Die Kirche im islamischen Ambiente, in H. Bürkle (Hrsg.), Die Mission der Kirche, Paderborn 2002, 301-324. 16) Hier helfen besonders evangelische Publikationen, z. B.: Was jeder vom Islam wissen muß, 6. Auflage 2001; S. Raeder, Der Islam und das Christentum. Eine historische und theologische Einführung, Neukirchen-Vluyn 2001. 17) Dagegen wendet sich J. Ratzinger, Glaube Wahrheit Toleranz. Das Christentum und die Weltreligionen, Freiburg 2003. Zur Enzyklika „Dominus Jesus“ siehe H. B. Streithofen, Der neue Syllabus und die Ökumene, in Die Neue Ordnung 54 (2000) 334-345. 18) Außerkirchliche Religionskunde liegt im Trend. Die Universität Bamberg bietet neu-erdings einen interreligiösen Masterstudiengang an. 19) Bibeldokument. Wegweisend ist diesbezüglich die sog. Kanontheorie, die die Schrif-ten des Alten und Neuen Testaments als kanonisch und damit als aufeinander verwiesen ansieht. Damit kommt die Lehrautorität der Kirche in den Blick, die das Copyright über das Neue Testament hat. 20) H. Bürkle, Der Mensch auf der Suche nach Gott die Frage der Religionen, Pader-born 1996, 191. Vgl. J. Gnilka, Bibel und Koran, Freiburg 3. Auflage 2004. 21) E. Zenger, Das erste Testament. Die jüdische Bibel und die Christen, Düsseldorf 1991. 22) Daß Papst Johannes Paul II. einmal den Koran bei einem Moscheebesuch geküßt haben soll, was er sicher besser unterlassen hätte, sollte nicht beunruhigen; er hat wirklich schon sehr viel geküßt, den Erdboden aller Länder, die er besucht hat, Heiligenstatuen, den Gralskelch von Valencia u.a. Das ist kein Werturteil über die Echtheit der geküßten Gegenstände, sondern Ausdruck seines Respekts vor denen, denen diese Dinge heilig sind. 23) Vgl. A. Laun, Das Gewissen. Oberste Norm sittlichen Handelns, Innsbruck / Wien 1984. 24) Johannes Paul II., Enzyklika „Evangelium vitae“ über den Wert und die Unantastbar-keit des menschlichen Lebens. 25) Interessant ist in dieser Hinsicht die Moralenzyklika von Johannes Paul II. „Veritatis splendor“ (1993), die an Mt 19,16ff anknüpft. 26) Wenigen islamischen Frauen gelingt es, auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Zu Ayaan Hirsi Ali aus Somalia siehe „Die Provokateurin“ in Die Welt vom 4. Sept. 2004, S. 10, zu Shirin Ebadi siehe „Beim Kopftuch sollen die Frauen entscheiden, in Welt am Sonntag vom 19. Sept. 2004, S. 10. 27) R. Glei / A. Th. Khoury, Johannes Damaskenos und Theodor Abu Qurra. Schriften zum Islam, Altenberge 1995; K. Förstel, Niketas von Byzanz. Schriften zum Islam, Al-tenberge 2000; R. Glei, Petrus Venerabilis. Schriften zum Islam, Altenberge 1985. 28) Raeder 34. 36. 29) S. Heid, Märtyrer oder Mörder? Friedensliebe und Kampf christlicher Glaubensstrei-ter, in Carbones 2 (2003) 47-64; H. Maier, „Gestattet mir, Nachahmer der Leiden meines Gottes zu sein. Martyrer oder Attentäter? Eine Bruchlinie innerhalb der abrahamitischen Religionen“, in F.A.Z. vom 17. Febr. 2004, Seite 37; ders., Politische Martyrer? Erweite-rungen des Martyrerbegriffs in der Gegenwart, in Stimmen der Zeit 129 (2004) 291-305. 30) Zu einer umstrittenen These diesbezüglich siehe „Der Koran erklärt die Bibel auf Arabisch“, in Die Welt vom 29. Sept. 2004, S. 28. 31) Chr. Schönborn, Gott sandte seinen Sohn, Paderborn 2002. 32) Deshalb Raeder 243-245 zurecht kritisch zur schönfärberischen Sicht des Islam durch das 2. Vatikanische Konzil. 33) Was jeder vom Islam wissen muß 174. Dr. Heinrich Basilius Streithofen OP ist Vorsitzender des „Instituts für Gesellschaftswissenschaften Walberberg“ und Redakteur dieser Zeitschrift. |
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