Jahrgang 54
Nr. 3/2000 Februar
DIE NEUE ORDNUNG

Peter Müller

Rußland und die Marktwirtschaft

Während einer Reise im griechischen Teil Zyperns zum Jahreswechsel 1994/ 1995 konnte der Verf. folgende Beobachtung machen: In einem erstklassigen Hotel verbrachte eine auffallend große Gruppe russischer Touristen einige Urlaubstage. Es handelte sich meist um junge Männer in Begleitung noch jüngerer Frauen, denen man an ihrem Habitus anzusehen glaubte, dass sie ihr Geld vorwiegend mit Drogen, Prostitution und Waffen gemacht haben mußten. Die über die reine Erholung hinausgehende Motivation dieser Reisegruppe für die Wahl ihres Urlaubsstandortes ließ sich an den fast ausschließlich auf russisch verfaßten Immobilienangeboten im Boutiquebereich des Hotels ablesen, wobei die Preise in westlichen Währungen ausgezeichnet waren: Die zypriotischen Makler trauten ihrer russischen Klientel offensichtlich großzügige Schwarzgeldinvestitionen auf der Insel zu.1 Betrachtet man diese Episode vor dem Hintergrund, daß sowohl in der westlichen Fachliteratur als auch in den öffentlichen Medien spätestens seit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 regelmäßig über die schwierige Transformation der russischen Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft nachgedacht wird, dann stellen sich dem interessierten Beobachter Fragen in Bezug auf die möglichen Ursachen für die zunehmend prekärere ökonomische Situation Rußlands.2 Immerhin handelt es sich um ein Territorium, das über riesige Rohstoffvorräte verfügt, dessen Staat einen Großteil der Bevölkerung aber am Rande des Existenzminimums dahinvegetieren läßt und sich gleichzeitig eine Minderheit von meist mafiosen nouveaux riches leistet.3

Höhmann betont die Bedeutung von "beträchtlichen Altlasten"4 für die schlechte Lage der russischen Ökonomie (und Politik) sowie den beschwerlichen Übergang zur Marktwirtschaft, die er unter den folgenden Stichwörtern zusammenfaßt:

- institutionelle Erbschaft: trotz des Zusammenbruchs des institutionellen Gefüges der administrativen Planwirtschaft blieben alte Abhängigkeits- und Kooperationsverhältnisse bestehen.

- Verhaltenserbschaft: die lange Dauer der administrativen Planwirtschaft hat im Zusammenwirken mit historischen Prägungen aus vorsowjetischer Zeit die ökonomische Kultur in Russland nachhaltig beeinflußt.

- Strukturerbschaft: der in der Sowjetunion im Sinne von Machtexpansion und Herrschaftsstabilisierung praktizierte Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft führte zu einer sektoral und regional ungleichgewichtigen Wirtschafsstruktur.

Auf den folgenden Seiten wird versucht, die wichtigsten historischen Einflüsse zu kommentieren, die für die aktuellen Schwierigkeiten Rußlands bei der Etablierung eines marktwirtschaftlichen Systems mitverantwortlich gemacht werden können.5 Kappeler6 nennt einige markante Übereinstimmungen in den staatlichen Ordnungen Russlands seit nahezu 500 Jahren: das Machtmonopol des jeweiligen Herrschaftsträgers (ob Zar oder Kommunistische Partei), das weder Gewaltenteilung noch Rechsstaatlichkeit kennt; der durch Bürokratie verkörperte Zentralismus des Herrschaftssystems, der dem staatlichen Föderalismus übergeordnet ist; die Bedeutung informeller Patronagebeziehungen (z.B. politische Seilschaften); die Personalisierung der Herrschaft (Zarenglauben, Personenkult); die Rolle von imperialen und nationalen Ideologien im Zarenreich und der Sowjetunion; eine vorwiegend passive und atomisierte Gesellschaft.

Zur Verdeutlichung des krassen Gegensatzes zwischen den historischen Prägungen Rußlands und den Funktionsprinzipien eines marktwirtschaftlichen Systems ist ein Blick auf die konstitutiven Elemente einer privatwirtschaftlichen Marktwirtschaft hilfreich, die zu nachweisbaren Effizienzüberlegenheiten gegenüber dem Lenkungssystem der Planwirtschaft führen. Schüller7 hebt folgende Tatbestände hervor: die schnelle, genauere und umfassendere Verarbeitung von Informationen über die relativen Güterknappheiten sowie die Möglichkeiten ihrer Minderung durch das Preissystem; die Verteilung von Verfügungsrechten auf Grund individueller Fähigkeiten und Neigungen; die Koordination und Kontrolle des eigeninteressierten Handelns der Wirtschaftsakteure durch den Wettbewerb; die Wahlfreiheit der Wirtschaftsakteure zwischen direkter und indirekter Marktkoordination als "Selbständige" bzw. "Arbeitnehmer"; die Offenheit des Marktsystems für Experimente und Innovationen.

Vergleicht man die Strukturmerkmale des russischen Staats- und Gesellschaftssystems bzw. der sowjetischen Planwirtschaft mit den Erfolgsfaktoren der Marktwirtschaft, dann kann cum grano salis die untenstehende Übersicht von zentralen begrifflichen Gegensätzen aufgestellt werden.

Planwirtschaft Marktwirtschaft

Zentralismus Individualismus

Machtmonopol des Herrschaftsträgers, Freiheit

Patronagebeziehungen, Passivität Wettbewerb

Rolle von Ideologien Offenheit

Die Erkenntnisse über das Funktionieren der Marktwirtschaft lassen sich mit Walter und Rosenschon8 dahingehend pointieren, daß Marktwirtschaft mündige Bürger braucht, die mehr auf ihre eigene Tatkraft als auf staatliche Alimente und Protektion bauen. Darüber hinaus ist eine staatliche Führung nötig, die sich der rechtlichen Neutralität verpflichtet fühlt und Gruppenegoismen keine Chance gibt. Entscheidend ist letztlich eine Geisteshaltung der Selbstverantwortung bei den Bürgern als Fundament für persönliche Freiheit.

Nach dem Ende der beiden postsowjetischen Administrationen von Gorbacev und El’cin läßt sich sowohl auf Grund von Textauswertungen als auch von Beobachtungen der Lebensverhältnisse sowie Gesprächen mit der russischen Bevölkerung feststellen, daß sich an den bisher herausgearbeiteten Prägungen des zarischen und sowjetischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems auch im heutigen Rußland nahezu nichts geändert hat. Zwei Hinweise mögen dies verdeutlichen.

Die politische Entscheidungsfindung im Kreml während der Präsidentschaft El’cins erinnert laut Recherchen des "Handelsblatt" sehr stark an Verhaltensweisen an den Herrscherhöfen von Byzanz, Rußland aber auch Monarchien im westlichen Europa während des Mittelalters und der frühen Neuzeit. "Politik im Kreml wird nicht nur mit Hilfe gewöhnlichen Intrigen, Schmiergelder oder Wahlen gemacht. Besonders unter Ex-Präsident Boris Jelzin spielte auch die Hilfe der Sterne eine herausragende Rolle. Täglich erstellte Vize-Sicherheitsdienstchef Georgij Rogosin für den Kremlherrn ein Horoskop und bewahrte mit seinen astrologischen Berechnungen nach eigenen Angaben ‚Zar Boris‘ vor etlichen Katastrophen."9 Quid novi? Auch der letzte russische Zar Nikolaus II. (1868-1918) hatte einige Jahre kurz vor Beginn der Oktober-Revolution 1917 unter dem Einfluß des Wanderpredigers und Mystikers Grigorij E. Rasputin (1864-1916) gestanden, der im Rufe eines Hellsehers stand und sogar die Einstellung bzw. Entlassung der Minister beeinflußte. Er wurde 1916 von Angehörigen des hohen Adels ermordet.10

In den Luxuskaufhäusern auf dem Nevskij Prospekt in St. Petersburg beispielsweise sind alle aus dem Westen bekannten Konsumgüter erhältlich, die Preise für "Ivan Normalverbraucher" allerdings unerschwinglich. Die Mehrheit der russischen Kundschaft rekrutiert sich aus den gleichen Kreisen, die eingangs des Artikels apostrophiert werden: junge Frauen in Pelzmänteln lassen sich mit einem Mercedes-Benz der S-Klasse zum "Shopping" fahren. Ihre männlichen Begleiter nennen sich stolz auf "neurussisch" biznesmen (businessman).

Kaum ein Kilometer Luftlinie entfernt in der Gegend um die Sennaja Ploscad’ (Heumarkt), wo auch die Handlungen der Romane von Fedor M. Dostoevskij (1821-1881) im Milieu der bednye ljudi11 (arme Leute) spielen, betteln dagegen Intellektuelle, um ihre dürftigen Renten aus der Zeit der Sowjetunion aufzubessern, die nicht einmal für die Bezahlung ihrer Wohnungen ausreichen. Diese unzumutbaren sozialen und ökonomischen Verhältnisse werden scheinbar mit grenzenloser Leidensfähigkeit und Passivität ertragen, die religiös verankert anmuten.

Die orthodoxe Kirche gewinnt in Rußland seit dem Ende der Sowjetunion im Jahre 1991 an Einfluß. Vor allem junge Leute folgen ihrem persönlichen Bedürfnis nach Religion und lassen sich taufen. Von russischen Intellektuellen wird in persönlichen Gesprächen allerdings negativ kritisiert, daß sich die russische Orthodoxie entsprechend der byzantinischen Tradition von der exkommunistischen und atheistischen Macht-Elite instrumentalisieren läßt. Benz schreibt dazu: "Die orthodoxen Theologen haben das Nebeneinander des christlichen Kaisers und des Oberhauptes der christlichen Kirche als eine Symphonia, als eine ‚Harmonie‘ verstanden. Diese ‚Harmonie‘ bestand faktisch darin, daß die Kirche die hohen Machtbefugnisse des Kaisers als Schirmherr der Kirche und Wahrer der Einheit des Glaubens anerkannte und sich selbst auf ihre rein geistliche Domäne der Wahrung der orthodoxen Wahrheit und der kirchlichen Ordnung beschränkte."12

Die geschilderte Situation der Passivität und Leidensfähigkeit weckt beim interessierten westlichen Beobachter Allusionen an Fakten aus der Religionsgeschichte, die vermutlich auch zu den oben zitierten "Verhaltenserbschaften" gehören. Kologrivov bemerkt: "Die heitere Annahme von Kreuz und Leid, die sozusagen nur das Kleingeld des Todes darstellen, sind wesentlicher Bestandteil der russischen Spiritualität. Die Geschichte des russischen Volkes ist eine sehr leidvolle Geschichte, voller Angst und Blut ..."13 Der portugiesische Schriftsteller Fernando Pessoa (1888-1935) läßt in seiner dialogisch angelegten Erzählsatire "Ein anarchistischer Bankier" die Hauptperson folgendes Urteil über die Russen fällen: "Und Sie werden noch sehen, was die russische Revolution hervorbringen wird ... Etwas das die Verwirklichung der freien Gesellschaft um Jahrzehnte verzögern wird. Aber was darf man schon von einem Volk von Analphabeten und Mystikern erwarten?"14 Pessoa entlarvt in diesem Zitat auf ironische Weise ein Merkmal menschlichen Denkens: die stereotype Beurteilung sowohl anderer Individuen oder Gruppen als auch der eigenen Person oder Bezugsgruppe.

Pessoa verweist aber auch auf ein Kennzeichen des russisch-orthodoxen Christentums: die byzantinische Mystik des Hesychasmus in Form des sogenannten Jesus-Gebets15, die im 15. Jh. die russische Einsiedlerbewegung stark beeinflußte und im 19. Jh. v.a. durch die Mönche des Klosters Optina Pustyn’ erneut weite Verbreitung fand. Tittel konstatiert in seiner Einleitung zum Werk des russischen Mönchs Ilarion "Auf den Bergen des Kaukasus. Gespräch zweier Einsiedler über das Jesus Gebet", daß das Jesus-Gebet im 19. Jh. das russische Volk "zusammen mit der Liturgie zu einem betenden Volk"16 gemacht habe. Der russische Philosoph Jurij F. Samarin (1819-1876), der der intellektuellen Bewegung der sogenannten Slavophilen angehörte, nach deren Vorstellung die russische nationale Identität in der traditionellen Kultur und Lebensweise des Landes begründet lag, erklärt die hesychastische Mystik zu einem Wesensmerkmal des homo russico-orthodoxus in Abgrenzung zu dem u.a. durch Gier nach materiellem Besitz geprägten Typus des westeuropäischen Menschen.17 Im Jahre 1990 kurz vor dem Ende der Sowjetunion fragt der russische Literatur-Nobelpreisträger Aleksandr Solzenicyn wieder nach dem Recht "unserer Ohren auf Stille, das Recht unserer Augen auf innere Bilder"18 und erklärt damit Passivität und Mystik quasi zu einem Grundbedürfnis und Ideal des russischen Volkes.

In der Tat hat es in Rußland nie Wurzeln für einen Liberalismus gegeben, der Individualismus, Wettbewerb und Offenheit zu bürgerlichen bzw. ökonomischen Tugenden erklärt hätte. Leontovitsch urteilt mit Blick auf die o.g. orthodoxe Tradition der Symphonia zwischen Kirche und Staat: "Die unabhängige Stellung des Papstes den Trägern der weltlichen Gewalt gegenüber war ebenfalls eine wichtige Quelle der Freiheit im Westen, da durch sie eine Sphäre der geistigen Autonomie dem Staat gegenüber begründet wurde."19

Den Jahreswechsel 1999/2000 konnte der Verf. in St. Petersburg verbringen und die Übergabe der Staatsmacht in Russland von Boris N. El'cin in die Hände Vladimir V. Putins am 31.12.1999 sowohl im nationalen Fernsehen als auch in Gesprächen mit Bewohnern der Stadt verfolgen. Von russischen Intellektuellen wurde spontan folgendes mit der russischen Phonetik spielende Bonmot in die Welt gesetzt, das Stimmung und Erwartungen der Bevölkerung am Beginn der Ära Putin auf den Punkt bringt: "Esce raz Putin!" Die deutsche Übersetzung lautet wörtlich: "Wieder ein Rasputin!"20 Die Biographie des Exdirektors des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) und ehemaligen KGB-Offiziers liest sich tatsächlich so geheimnisvoll wie in einem Roman à la John Le Carré.21

Thumann beurteilt den neuen starken Mann Rußlands folgendermaßen: "Der amtierende Präsident hat sich das paradoxe Programm des großrussischen Konsenses zu eigen gemacht: ein Lob auf die Freiheit, aber das Heil der neuen Ordnung liegt im kraftstrotzenden Staat, Initiative von unten ist lästig oder nachgeordnet. Die überfällige Modernisierung Rußlands droht wieder zur Sache des Herrschers, nicht der Bürger zu werden - wie unter Peter dem Großen, Alexander II. und Stalin. ... Reformen begreift die Moskauer Elite als Mechanik zur Stärkung der "Staatlichkeit", nicht als Mission der Gesellschaft. Demokratie ist dabei nicht mehr als eine Fußnote der kernigen Zukunft."22

Ob Rußland seine Chancen nutzen wird, die Transformation zur Marktwirtschaft westeuropäischer Prägung zum Wohle seiner Bevölkerung endlich zu meistern und die dargestellten "beträchtlichen Altlasten" seiner Geschichte abzuwerfen, bleibt somit skeptisch abzuwarten.

Anmerkungen

1) siehe auch Heckel, M.: Richtung Zypern, in: Wirtschaftswoche, Nr. 9, 25.2.1999, S. 38.

2) Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel deklariert noch 1998 die ökonomische Krise Rußlands zu einem "Alarm für die Weltwirtschaft" und befürchtete ein Ende der marktwirtschaftlichen Reformen, in: Der Spiegel Nr. 36, 31.08.1998, S. 126-142.

3) Siehe das Editorial von Sommer, Th.: Zeit der Wirren, in: Zeit Punkte - Rußland am Abgrund. Staat und Wirtschaft in der Krise, Nr. 5/1998, S. 3. Zur zaghaft entstehenden Mittelschicht in Rußland siehe Thumann, M.: Iwan Normalverbraucher, a.a.O., S. 74-79.

4) Höhmann, H.-H.: Ökonomische Transformation in Rußland: Stabilisierungspolitik, Systemwechsel und politisch-wirtschaftliche Interdependenzen, in: Aufbruch im Osten Europas. Chancen für Demokratie und Marktwirtschaft nach dem Zerfall des Kommunismus (ed. Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien), München; Wien 1993, S. 153-164, S. 154ff.

5) siehe dazu z.B. Ziesemer, B.: Konzepte sowjetischer Wirtschaftsreform, in: Die Sowjetunion im Umbruch. Eine Zwischenbilanz 1991 (ed. Bundeszentrale für politische Bildung), Bonn 1991, S. 92-97 sowie Mkrtschjan, G.: Ökonomische und politische Transformation in Rußland, in: Kaminski, H. (ed.): Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft. Transformationspolitische Konzepte, ausgewählte Länderberichte, spezifische transformationspolitische Themenstellungen, Frankfurt am Main u.a. 1996, S. 85-100.

6) Kappeler, A.: Russische Geschichte, München 1997, S. 52.

7) vgl. Schüller, A.: Systembezogene Grundbegriffe, A. Privatwirtschaftliche Marktwirtschaften, in: Grundbegriffe zur Ordnungstheorie und politischen Ökonomik (Arbeitsberichte zum Systemvergleich Nr. 7, ed. Forschungsstelle zum Vergleich wirtschaftlicher Lenkungssysteme), Marburg 1985, S. 85-95, S. 86.

8) vgl. Walter, N.; Rosenschon, A.: Ein Plädoyer für die Marktwirtschaft, Landsberg/Lech 1996, S. 30f.

9) "Hokuspokus im Kreml hat Tradition", in: Handelsblatt, 11.01.2000, S. 48.

10) Hingley führt zur sogenannten Rasputin-Affäre aus: "Rasputin war berüchtigt wegen seiner unverfrorenen Zügellosigkeiten. Mal sagte man diesem Monstrum fehlgeleiteter Männlichkeit eine Liaison mit der First Lady des Reiches (Zarin Aleksandra, Anmerkung des Verf.) nach, mal hieß es, er intrigiere für die Deutschen.", Hingley, R.: Die Russische Geheimpolizei 1565-1970, Bayreuth 1972, S. 153.

11) "Bednye Ljudi" heißt der Erstlingsroman Dostoevskijs aus dem Jahre 1846.

12) Benz, E.: Geist und Leben der Ostkirche, Hamburg 1957, S. 138.

13) Kologrivov, I.: Saggio sulla santità in Russia, Brescia 1955 (2. Ausgabe; I santi russi, Mailand 1977, S. 12; auf deutsch erschienen als: Das andere Rußland, München 1958, zitiert nach Spidlík, Th.: Russische Spiritualität, Regensburg 1994, S. 26. Siehe auch Augstein, R.: Russland ist groß, der Zar ist weit. Rudolf Augstein über die Tradition russischer Grausamkeit, in: Der Spiegel, Nr. 2, 10.02.2000, S. 110-111.

14) Pessoa, F.: O Banqueiro anarquista, 1922, zitiert nach der deutschen Übersetzung von R. Werner, Frankfurt am Main 1990, S. 20.

15) Die mantrische Gebetsformel lautet auf kirchenslavisch: "Gospodi Iisuse Christe Syne Bozij - pomiluj mja" (Herr Jesus Christus, Sohn Gottes - Erbarme Dich meiner). Als umfassende Studie siehe Rosenberg, A. (ed.): Das Herzensgebet. Mystik und Yoga der Ostkirche, München 1955.

16) Schimonach Ilarion: Auf den Bergen des Kaukasus. Gespräch zweier Einsiedler über das Jesus-Gebet, Batalpasinsk 1910, Salzburg 1991, übersetzt und mit einem Vorwort von P. Bonifaz Tittel OSB, S. 11.

17) vgl. Müller, P.: Die Jesuiten in Rußland - historische Vorbilder für eine Marketingstrategie des "Going East", in: Die Neue Ordnung, 50 (1996), 5, S. 362-374 sowie ders.: Das Jesuitenbild des russischen Slavophilen Ju. F. Samarin (1819-1876). Eine sozialpsychologische Studie, Frankfurt a. M. u.a. 1996.

18) Solschenizyn, A.: Russlands Weg aus der Krise, München; Zürich 1990, S. 40.

19) Leontovitsch, V.: Geschichte des Liberalismus in Rußland, Frankfurt a.M. 1957, 2. Auflage 1974, S. 2.

20) Siehe Fußnote 10.

21) vgl. den Artikel im "Handelsblatt": Putin will neuen Super-Geheimdienst, 13.01.2000, S. 9 und Klussmann, U.; Mettke, J. R.; Meyer, F.; Wassermann, A.: Die Last des Eisernen, in: Der Spiegel, Nr. 2, 10.02.2000, S. 108-121. Dort (S. 121) heißt es über Putin: "Der gelernte Täuscher ist jedenfalls kein Prinzipienreiter. Er angelt gern. Beißt kein Fisch an, nimmt er auch mal das Netz." Siehe auch Kowaljow, S.: Mit Putin übernehmen die Tschekisten die Macht in Russland, in: Handelsblatt, 16.02.2000, S. 9.

22) Thumann, M.: Das will Putin. Ruhe und Ordnung, Reform von oben, Russlands Größe, in: Die Zeit, 05.01.2000, S. 1.

Dr. phil. Peter Müller arbeitet als Slavist und Soziologe in Schwäbisch Hall.

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