Jahrgang 57
Nr. 1/2003 Februar
DIE NEUE ORDNUNG

Bodo B. Gemper

Der Mensch im Mittelpunkt:
Ludwig Erhards genuiner Humanismus*

Krise der Ordnungspolitik

„Vielleicht kann gerade die Bundesrepublik Deutschland als ein ‚Musterland’ der Marktwirtschaft ... auch als Beispiel dafür dienen, daß verändertsse gesell-schaftspolitische Zielsetzungen auch ein einmal gut funktionierendes System der Marktwirtschaft in Frage stellen können“ (Klose 1983:56; In diesem Sinne auch Jenkis 187: 61). Nach drei Jahrzehnten der „Abkehr von Erhards Ordnungspoli-tik“ (Wünsche 2001: 108), in einer Zeit, „in der soziale Etiketten mit einer Über-dosis strapaziert werden – in einer Welt, die trotz der sozialen Rhetorik immer unsozialer wird, weil man dem Markt immer weniger Chancen gibt, seine soziale Leistungsfähigkeit zu zeigen“ (Mühlfenzl 2002: II), wird inzwischen wieder häufiger an Ludwig Erhard gedacht, über ihn gesprochen, geschrieben und sein Werk in Erinnerung gerufen.

Es wird sogar gefragt, was Erhard heute tun würde (Walter 1986; Gemper 1999). Das ist offensichtlich ein Beweis für den „Leitbildcharakter des Kon-zepts“ (Hasse/Quaas 2002: 11) der Sozialen Marktwirtschaft, verbunden mit der Hoffnung, sich die „längerfristige Orientierungsfunktion“ (Hasse/Quaas 2002: 11) dieses „Ordnungsprinzips“ (Erhard 1962: 302) wieder zu Nutze machen zu können, das dieses zu „einem neuen gesellschaftspolitischem Leitbild“ (Erhard 1962:544) qualifizierte „Ordnungsbild“ (Erhard 1962:544) besitzt, und das eine Umkehr „von der Anspruchs- zur Verantwortungsgesellschaft“ (Ockenfels 2002) dringend nahelegt.

Es wurde allerdings auch versucht, der Gefahr einer entstehenden Orientierungs-krise bereits vorzubeugen, wie es beispielsweise über das ebenso geduldige wie fundierte publizistische Wirken der Ludwig-Erhard-Stiftung in ihren „Orientie-rungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik“ oder den „Informationen zur Sozialen Marktwirtschaft – Im Klartext“, erfolgt, exemplarisch konsequent in Erhards ordnungspolitischen Vorstellungen zu denken und zu argumentieren. Gleiches gilt für die zur Nachahmung empfohlene Wahrung besonderer argu-mentativer marktwirtschaftlicher Stringenz allein bei den deutschsprachigen überregionalen Zeitungen mit internationalem Wirkungskreis wie die „Frankfur-ter Allgemeine“, „Die Welt“ und die „Neue Zürcher Zeitung“, deren Wirtschafts-redaktionen wie aber beispielsweise u. a. auch die „Siegener Zeitung“ mit stärker nationalem Radius, eine ganz ausgeprägt überzeugungsfähige ordnungspolitische Standfestigkeit beweisen, wie sie Ludwig Erhard vorlebte, und die gemeinsam einen Ludwig-Erhard-Preis verdient hätten.

Allerdings hat – bei aller Kritik im allgemeinen – kein anderer Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wie Erhard selbst, die Soziale Marktwirtschaft wegen ihrer Bedeutung für „das ganze Deutschland in Frieden und Freiheit (wie-der, B.B.G.) vereinigt zu sehen“ (Erhard 1962: 301, 225), als Leitbild verinner-licht und als „ein schöpferisches Werk“ (Kohl 1982: 12) so eindringlich vor Augen gehabt, als es bei Helmut Kohl der Fall ist.

Eine geistige Auffrischung nach den zwei Jahrzehnten ordnungspolitischer Flau-te, soweit sie bewußtes politisches Denken im Geiste der „Politik Sozialer Marktwirtschaft“ betrifft, wie sie Erhard begründet hat, erlebt das ordnungspoli-tische Denken in den Kategorien Ludwig Erhards in Deutschland seit Mitte der achtziger Jahre, also bereits vor dem Zusammenbruch der sozialistisch-kollektivistischen Regime und dem Fall des „Eisernen Vorhangs“. (Cf. inter alia Wün-sche 1986; Walter 1986:7 ff., 21 ff., 47 ff., 69 ff., 93 ff., 119 ff., 139 ff., 161 ff.; Woll 1992:84, 124, 131, 326, 373, 396; Pitsoulis 1999; Umbach 1999; Dilling 1999; Schlecht/Stoltenberg 2001:17, 26f., 36 ff.,41, 47 ff., 55 ff., 61 ff., 72 ff., 83 ff., 139, 149, 174, 177,186 ff., 196; Gemper 2001:14-18, 24 f.,60, 67ff.; Has-se/Quaas 2002:9, 12, 22, 29, 31, 33, 38, 43, 49, 76, 79, 90, 93, 103, 120, 128-130, 146, 187, 316, 330f., 343 f. 347-349). Das ist ein Lernprozeß, vermögen doch nur sehr wenige noch konsequent und nachhaltig im genuin Erhardschen Kontext zu denken und den ordnungspolitischen Wissensgewinn, den wir Erhard zu verdanken haben, auch zu nutzen (Fack inter alia 1979; Wünsche inter alia 1985, 1986; Schwarz inter alia 1990 b; Woll inter alia 1992; Schlecht inter alia 1999, 2001; Barbier inter alia 2002).

„Um die Soziale Marktwirtschaft würde es heute viel besser stehen, wenn sich die Vertreter der Sozialen Marktwirtschaft mehr um ihre Wirtschaftsphilosophie gekümmert hätten“ (Wünsche 1988:19), so wie es Edgar Nawroth ebenso vor-bildlich wie konstruktiv-kritisch getan hat (Nawroth 1962;1965) und dabei auch Erhards genuin humanistisches Anliegen deutlicher herausgearbeitet worden wäre.

Aus dieser nachhaltigen Krise der Ordnungspolitik vermag die „Revitalisierung der Sozialen Marktwirtschaft im Sinne Erhards“ (Schlecht 2000:11) zu führen. Wir kennen also den ordnungspolitischen Leitstern, wir brauchen ihm nur ziel-bewußt zu folgen.

Leitbild auf eigenständigem Grund: „Built-in Social Balancing“

Wer aber weiß im allgemeinen überhaupt noch, wer Ludwig Erhard war und wofür er stand? Heinz Erhardt, ein Komiker, oder Guido Erhard, Stürmer beim TSV 1860 München, wurden mir wiederholt selbst von Studierenden der Öko-nomie, deren Studium sich ganz offensichtlich in realitätsfernen Modellrechnun-gen erschöpfte, in Prüfungen genannt. Andere, die das Werk Ludwig Erhards nicht in vollem Umfange analysiert und daher nicht als eigenständiges Ord-nungsmodell erkannt haben, sehen im Schöpfer des Begriffes „Soziale Markt-wirtschaft“ zugleich den geistigen Vater dieser gesamten Konzeption, indem sie Erhards konzeptionelle Leistung auf die Form der Wirtschaftspolitik Ludwig Erhards reduzieren. Ein sorgfältiges Studium des Gesamtwerks Erhards wider-legt jedoch diese These. „Ludwig Erhards Gesellschafts- und Wirtschaftskonzep-tion“ wurde von Horst Friedrich Wünsche akribisch dokumentiert, analysiert und dabei Erhards „Soziale Marktwirtschaft als Politische Ökonomie“ rekon-struiert (Wünsche 1986).

Erhards ordnungspolitisches Leitbild, das reine Modell erkennt, wer sein Werk „in Wort und Schrift“, das uns überkommen ist, mit ordnungspolitisch geübtem Blick als Gesamtwerk liest, systematisiert und es systemimmanent zu einem Modell ausformt. Dabei zeigt sich deutlich, daß die „Politik der Sozialen Markt-wirtschaft“ (e. g. Erhard 1962: 138, 139, 292, 423, 476; 1964 :65 et passim) auf einem von ihm selbst entwickelten Ordnungsmodell (Erhard 1962:477), dem „Gefüge einer freien und sozial verpflichteten Marktwirtschaft“ (Erhard 1962:7), basiert. Erhard brauchte also nicht auf ein anders Konzept der Sozialen Markt-wirtschaft, wie – einem perennierenden Vorurteil folgend – auf das Müller-Armacks zu vertrauen. Vielmehr konnte Erhard auf sein eigenes Modell sozial verantwortlicher freier Marktwirtschaft bauen, das sich in puncto des Sozialen durch sein „Built-in Social Balancing“ deutlich von dem Ansatz Müller-Armacks unterschied, der auf eine eigenständige Sozialpolitik setzte.

Erhards Soziale Marktwirtschaft hat mit Sozialpolitik im Sinne von Umvertei-lung nichts gemein. Das „Soziale dieser Marktwirtschaft (wird) vor allem da-durch verwirklicht, daß der freie Wettbewerb der besseren Leistung den Vorrang vor der schlechteren gibt, damit die bestmögliche Bedarfsversorgung nach Quali-tät, Quantität und Preiswürdigkeit erreicht“ wird (Kirchhof 2001:33). „Die Sozia-le Marktwirtschaft ist (bereits, B.B.G.) sozial, indem sie alles unternimmt, was die Marktwirtschaft dauerhaft sichert“, sofern Marktwirtschaft „als eine umfas-sende soziale Ordnung“ (Wünsche 1990:29) begriffen und politisch auch als ein in sich geschlossener Leistungsorganismus gepflegt, und nicht als Umvertei-lungsmechanismus mißverstanden wird. Dieses als Konsequenz aus der Einsicht, daß jeder gesunde Mensch für sich selbst verantwortlich ist und dementspre-chend handeln bzw. auch behandelt werden muß.

Mensch im Mittelpunkt

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu setzen und die Stabilitätspolitik zu prägen, war Erhard nur am Anfang seines ordnungspolitischen Wirkens als Politiker gelungen, das aber so gut, daß wir heute alle noch davon profitieren, von den Leistungen der Sozialen Marktwirtschaft, von den Vorzügen einer frei-heitlichen Wirtschaftsordnung, weil Erhard stets den Menschen im Mittelpunkt seines Wirkens sah (Erhard 1962:484): „Dem deutschen Volk und der deutschen Wirtschaft zu dienen, ... dann meine ich nicht etwa nur die Industriellen, die Händler, die unternehmerischen Berufsstände, sondern ich meine die wirtschaf-tenden Menschen in Ihrer Gesamtheit. Sie in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen, ihrem Wohl, der Wohlfahrt der deutschen arbeitenden Menschen zu dienen, erachten Sie (die Gewerkschaften, B.B.G.) als Ihre Aufgabe, und ich möchte Ihnen versichern, das betrachte ich auch als die meine“ (Erhard 1962:111, in diesem Sinne auch 387).

Es war eine Politik der Sozialen Marktwirtschaft, die dem Menschen dienend, ein Leben in freier Selbstverantwortung des Maßes und der Mitte sah und die schließlich Westdeutschland das „Deutsche Wirtschaftswunder“ ermöglichte. Erhard war allerdings „nicht geneigt, den Begriff des ,deutschen Wunders’ gel-ten zu lassen“, da er „es ... als die Konsequenz der ehrlichen Anstrengung eines ganzen Volkes, das nach freiheitlichen Prinzipien die Möglichkeit eingeräumt erhalten hat, menschliche Initiative, menschliche Energien wieder anwenden zu dürfen“ (Erhard 1964:157).

Daß es sich lohnt, sich die Erhardsche Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft zu vergegenwärtigen, liegt ganz besonders im Wesen der von ihm geprägten Ordnung begründet. Denn die Soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards ist eine zutiefst vom Humanum bestimmte und getragene Ordnung, eine sozial verant-wortliche Freie Marktwirtschaft als eigenständiges Ordnungsmodell. Friedrun Quaas’ für eine wissenschaftliche Arbeit m. E. gewagte These, von ihr immerhin doch vorsichtiger als Vermutung aufgestellt, „daß auch eine noch subtilere Text-exegese der Schriften Erhards nicht mehr zutage fördern würde, als man schon weiß“ (Quaas 2000:34), läßt sich im Sinne eines Denkens in den Kategorien des „kritischen Rationalismus“ Poppers (Popper 1975) widerlegen. In der Tat ist cum grano salis „doch der kritische Rationalismus (trial and error) ein wesentli-ches Element der westlichen Demokratien und der (sozialen) Marktwirtschaft“ (Jenkis 2001:319), die das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Bindung durch Ausübung sozialer Verantwortung auflösen (Gemper 1973): nämlich durch Pflichterfüllung als Ausdruck selbstverständlicher Eigenverantwortung, die zu tragen sich jeder Mensch bewußt sein sollte. Der Mensch selbst ist gebo-rene Freiheit, die er verantwortungsbewußt ausüben muß. Mithin sind „weder die Anarchie noch der Termitenstaat als menschliche Lebensform geeignet“ (Erhard 1962:52). Im Kontext der „ewige(n) Spannung zwischen Individuum und Ge-meinschaft“ (Erhard 1962:51), findet demzufolge auch „nur wo Freiheit und Bindung zum verpflichtenden Gesetz werden, der Staat die sittliche Rechtferti-gung, im Namen des Volkes zu sprechen und zu handeln“ (Erhard 1962:52).

Spannungsbogen zwischen Freiheit, Bindung und Ordnung

Aus aufgeklärter Sicht ist es daher von größter Bedeutung, die ständige Balance zu finden und zu halten zwischen Verantwortung und Freiheit, die exzessiven Gebrauch der Freiheit ausschließt, auf der einen Seite, und einer sterilen Ord-nung auf der anderen Seite. Denn „Freiheit ist ... notwendig an die Verantwor-tung gebunden, von jener Freizügigkeit den rechten Gebrauch zu machen“ (Er-hard 1964:214), in der Einsicht: „Freiheit ohne das Gefühl der Bindung und Verantwortung treibt zur Entartung und zum Chaos“ (Erhard 1964:214; in die-sem Sinne auch 1965:60). Mit den Worten eines bedeutenden Zeitgenossen von Ludwig Erhard, Carlo Schmid, widergegeben: „Freiheit ist keine Libertinage, sie ist Freiheit in der Bindung“. Denn „Der Mensch ist gebunden an das Schicksal der Gemeinschaft und an die Realität der letzten Dinge, die der Mensch in sei-nem Glauben bewahrt“ (Schmid 1980:227).

Es ist daher „jene verpflichtende Bindung, (die) – unabhängig von wirtschaftli-chen Systemen – die soziale Ausrichtung der Wirtschaftspolitik nicht nur zu einem Erfordernis, sondern auch zu einem Gebot macht“ (Erhard 1962:54). Dabei legt „das Individuum Inhalt und Grenzen seiner gesellschaftlichen Bin-dung selbst fest“ (Nawroth 1962:55): „Um die personale Entfaltung des einzel-nen, das ,richtige Nebeneinander’ aller übrigen und die erforderliche Sicherheit im gesellschaftlichen Zusammenleben zu garantieren, verzichtet jeder freiwillig auf die unbegrenzte Ausübung seiner Freiheitsrechte und gibt diesem seinem Verzicht gesetzliche Form“ (Nawroth 1962:55). Dieses ist wahrlich ein Idealbild gleich dem des „Maßhalten(s) als volkswirtschaftliches Gebot“ (Erhard 1962: 280). Es bleibt aber die Hoffnung, daß aus der Lebenserfahrung heraus letztlich sich doch noch Erhards Vertrauen als gerechtfertigt erweist, „daß Einsicht und Erkenntnis, guter Wille, gesunder Menschenverstand und wirtschaftliche Ver-nunft zuletzt doch obsiegen werden“ (Erhard 1962:277).

Ubi non est ordo, ibi est confusio – „Where there is no order, there is confusion“. Mit dem Verweis auf diese Erkenntnis von Bruder Lucas Bartolomeo Pacioli (geboren 1335), verweisen Wolfgang Kasper and Manfred E. Streit (Kasper & Streit 1998:134) – den kulturellen Hintergrund der Sozialordnung ausleuchtend – darauf, daß es auf Dauer keine Freiheit ohne Ordnung und keine dauerhafte Ord-nung ohne Rücksicht und Augenmaß der Akteure geben kann.

Die Befreiung des Individuums von staatlicher Bevormundung muß mithin be-gleitet sein von der Rückbesinnung auf die Pflicht aus innerem Verantwortungs-gefühl, also die Beseitigung dieses „Grunddefizits des postmodernen Pluralis-mus“ (Winterhager 1998) als Ausdruck der Wiederbesinnung auf das Sittliche (Winterhager 1998: 227) als sine qua non eines kultivierten Miteinanders. Mit anderen Worten: „Die Freiheit darf ... nicht zu einem Götzendienst werden, ohne Verantwortung, ohne Bindung, ohne Wurzel. Die Verbindung zwischen Freiheit und Verantwortung bedarf vielmehr der Ordnung“ (Erhard 1962:589).

Pflichterfüllung aus Verantwortung für Freiheit und Humanität

Den bisher einzigen verläßlichen Zugang zur Persönlichkeit Ludwig Erhards, die auch den ersten Blick auf seine genuine Humanität freigibt, öffnet Horst Fried-rich Wünsche (Wünsche 1986). Um Erhards Ordnungsmodell, aber auch sein Bild vom Menschen zu erkennen, muß man sich dann in sein sehr umfangreiches Werk einlesen. Klar zu erkennen gibt sich dann nicht bloß Erhards Gesell-schafts-, insbesondere ordnungspolitisches Werk, das die Grundlagen für eine neue Wirtschafts- und Sozialordnung legt, sondern es verdichtet sich dabei dann Erhards Erkenntnis, daß die „Abhängigkeit des Einzelnen und der eigenen Gruppe vom Wohl des Ganzen“ (Erhard 1965:57) abhängt und Erhard konse-quent zum „Bewußtsein einer ,Formierten Gesellschaft’“ (Erhard 1965:57) ge-langte, – seinem neuen Ordnungsbild.

Diese von Erhard anvisierte Gesellschaft spiegelt das Menschenbild, das er vor Augen hatte: „Nach meiner Vorstellung ist die Formierte Gesellschaft der Weg, der für die Zukunft eine gute Ordnung gewährleistet, die den Notwendigkeiten einer modernen, industrieorientierten Gesellschaft gerecht zu werden vermag. Diese Ordnung muß getragen sein von der Bereitschaft der Menschen, ihre frei-heitlichen Prinzipien anzuerkennen, sie kooperativ mitzugestalten und damit als lebendigen Organismus fortzuentwickeln. Damit bekommen wir die heutigen Probleme des Pluralismus in den Griff. Dann werden wir nicht im Kollektiv fühllos werden und weiter über unsere Verhältnisse leben. Dann wird auch der Staat in der Lage sein, durch eine an den Zukunftsaufgaben orientierte langfristi-ge Haushaltspolitik die gemeinsamen Aufgaben eines Volkes, nämlich die sozia-len Investitionen, in die Tat umzusetzen“ (Erhard 1966:48 f.)

Diese Formierte Gesellschaft, formiert in der gemeinsamen Überzeugung der Menschen von der freiheitlich-sozialen Demokratie als Herrschaftsordnung staat-lichen Miteinanders, „beruht ... auf der Überzeugung, daß die Menschen nicht nur durch Gesetze, sondern aus Einsicht das ihrem eigenen Wohle Dienende zu tun bereit sind“ (Erhard 1966:60).

Mit anderen Worten: der Formierten Gesellschaft liegt ein Bild vom Menschen als Zoon politicon zu Grunde, das sich innerhalb seines Lebenskontextes artiku-liert und Teilhabe am Lebensprozeß begehrt. Erhard sieht im Menschen einen selbstbewußten Bürger, der aus dem natürlichen Lebenswillen heraus selbstbe-wußt zukunftsorientiert agiert und zielgerichtet handelt, in den geordneten Bah-nen einer sich ständig fortentwickelnden freiheitlichen Industriegesellschaft verlaufend.

Erhards Gesellschaftsbild wird von Menschen prometheischer Haltung getragen, die eigenverantwortlich ein – ihr – Gemeinschaftswerk gestalten, – geleitet vom Pflichtbewußtsein eines solidarischen Für- und maßvollen Miteinanders. Erhard war sich offensichtlich bewußt, daß „dort, wo menschliches Handeln im Mittel-punkt steht, ... ein solches Handeln ... letztlich aus einem einheitlichen Grund erfolgen sollte“ (Winterhager 1998:7). Das ist „wirtschaftliche Sinngebung“ (Erhard 1954:45) und deren Erfüllung durch Werteorientierung in der Sozialen Marktwirtschaft, die „von lebendigen Menschen mit höchst individuellen Wün-schen und Vorstellungen getragen wird“ (Erhard 1962:40).

Es ist die vernunftorientierte Pflicht, getragen von der Einsicht, daß nicht nur „der Mensch im Mitmenschen und in der Erhaltung von Umwelt und Kreatur seine wichtigsten Aufgabengebiete erkennen sollte“ (Winterhager 1998:109), sondern auch vom Bewußtsein getragen, daß „das aus der getanen Pflicht resul-tierende Glück ... zu einer zusätzlichen Kraftquelle (wird), sich der Pflicht immer wieder neu zu stellen und ihre Erfüllung anzustreben“ (Winterhager 1998:260).

Und in der Tat: „Eine Volkswirtschaft kann auf die Dauer nur gedeihen, wenn sie sich in der Erfüllung ihres Dienstes am Menschen vor dem eigenen Volk und vor der Welt bewährt. Der materielle Erfolg ist gebunden an die Wirkungskraft im Geistigen und Sittlichen – ohne sie bleibt alles Materielle fragwürdig und flüchtig“ (Erhard 1962:387). Darin liegt die „Sinnerfüllung der Marktwirtschaft als sozialethische Gestaltungsaufgabe und Kulturprozeß“ (Nawroth 1965:60 ff.), die des „notwendigen Gespürs für das Soziale“ bedarf (Wünsche 1988).

Mithin ist die Gestaltung der Gesellschaft als humanistischer Auftrag (Nawroth 1983: 453 ff.) zu begreifen, die These von der „bewußten Gebundenheit an ge-sellschaftliche Wertorientierungen“ (Hasse/Quaas 2002:10) seitens der Sozialen Marktwirtschaft bestätigend. Dieser sittlichen Wertegebundenheit muß allerdings eine Entfesselung des Gestaltungswillens folgen, wie es Ludwig Erhard politisch vorlebte. Sogar der Präsident von Rußland, Wladimir Putin, schätzt Ludwig Er-hard heute noch, wenn er sagt: „Ein sehr pragmatischer Mensch. Er war es, der das neue Deutschland, das Nachkriegsdeutschland aufgebaut hat. Sein ganzes Konzept für den Wiederaufbau Deutschlands begann mit der Definition morali-scher Werte für die Gesellschaft. Das war nach dem Zusammenbruch der natio-nalsozialistischen Ideologie für Deutschland besonders wichtig“ (Putin 2000: 222).

Entfesselung der Kreativität

Die neue Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, die Ludwig Erhard entschei-dend mit prägte, war der Glaube an die Kraft der Menschen und die Überzeu-gung, daß sich genügend „verantwortungsbewußte, von der Sorge um die Nation erfüllte Fachleute“ (Erhard 1943/44:141) finden, die von ihrem Willen zum Aufbruch geleitet, „durch eine allmähliche Lockerung der wirtschaftlichen Fes-seln“ (Erhard 1943/44:44) „die Überführung der Kriegswirtschaft in eine neue Friedenswirtschaft“ (Erhard 1943/44:259) zu bewerkstelligen, um dem „Verlan-gen nach individueller Lebensführung“ (Erhard 1943/44:266) Rechnung zu tragen und die „Grundlage der stabilen Währung“ (Erhard 1943/44:144) „durch Arbeit zurück (zu) gewinnen“ (Erhard 1943/44:220).

Die Befreiung der Gesellschaft von ihren Fesseln – dirigistischen wie bürokrati-schen – ist gegenwärtig eines der vornehmsten Ziele Südafrikas nach dem im Jahre 1994 erfolgten „Wechsel von einer oligarchischen zu einer demokratischen Regierungsform“ (Truu 1998:284). Im Zuge dieses weitgehenden gesellschaftli-chen - politischen wie wirtschaftlichen - Transformationsprozesses werden, im Gegensatz zur Transformation in Ost-Deutschland, mit dem Ziel der Freisetzung der Produktivkräfte die Bedingungen hergestellt, die Kreativität zu entfesseln – „to unlock creativity“ (De Wet 1994:322), so wie es Erhard auch (Erhard 1962: 430) sehr erfolgreich handhabte, und zwar mit „Standfestigkeit und Beharrlich-keit“ (Erhard 1962:430) sowie „Entschlußkraft“ (Erhard 1962:541), ganz kon-sequent, unnachgiebig und kompromißlos (Harmse 1996:6) auf der Grundlage einer straff verfolgten Strategie über wenigstens fünf bis 10 Jahre (Harmse 1996: 6; De Wet & Harmse 1996:8; De Wet, Harmse & Blignaut 1997: 382), „die die Stetigkeit einer Politik verbürgt“ (Erhard 1962:430).

Diese „Innere Entfesselung“ (Erhard 1954:44), mithin das unerläßliche Ziel „wirtschaftlicher Dynamik“ (Erhard 1954:44) zu erreichen, bediente Erhard sich des vertraulichen Wortes, um bei den Bürgern das unerläßliche Vertrauen zu bilden, weil der Glaube an die Zukunft die Grundlage allen Aufstiegs ist. Hans D. Barbier weist daher zu Recht darauf hin: „Die Sprache Ludwig Erhards war die Sprache der Ermunterung und der Zuversicht. Seine Botschaft von Freiheit und Wettbewerb gab den Menschen Vertrauen, und das Vertrauen wurde zum Stimulans des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs. (Barbier 2002:1). Erhard be-herrschte die Kunst der Überzeugung der Bürger, nämlich, „daß die Wirtschaft nicht als seelenloser Mechanismus zu begreifen ist, sondern daß sie von lebendi-gen Menschen mit höchst individuellen Wünschen und Vorstellungen getragen wird ...“ (Erhard 1962:40), die sie in Freiheit nur mit Verantwortung verwirkli-chen können. Aus der Entfesselung der Kreativität erwachsen „Schöpferkraft und Arbeitswille“ (Erhard 1962:560), die kennzeichnend für die sich daraus entfal-tende Spannkraft der Wirtschaft sind, die das „deutsche Wirtschaftswunder“ kennzeichnen.

Wider vulgärökonomische Kritik am Neoliberalismus

Im Lichte desjenigen „Menschenbildes“ (Erhard 1988:944) wie auch desjenigen „Weltbildes“ (Erhard 1964:157), das Ludwig Erhards aufgeschlossenes Denken einen weiteren Horizont erschloß, erscheinen Thesen wie diejenigen: „Was sich heute als Neoliberalismus verkauft, ist ein Rückgriff auf Methoden des Manches-ter-Liberalismus im 19. Jahrhundert“, oder: „Dem globalen Neoliberalismus müssen wir Paroli bieten“ (Grass 2000:6) engmaschig, ja vulgär. Diese Art Kri-tik hat bereits Karl Marx als „Vulgärökonomie“ beklagt, als „jene bürgerliche politische Ökonomie, die (im Gegensatz zur klassischen) nicht die bürgerlichen Produktionsverhältnisse erforscht, sondern, sich darauf beschränkt, die abgedro-schenen und selbstgefälligen Vorstellungen ... von ihrer eigenen Welt zu syste-matisieren, pedantisieren und als ewige Wahrheiten zu verkünden’“ (Marx 1955: 949).

Denjenigen Kritikern am sogenannten „Neoliberalismus“, die Ludwig Erhards Streben nach Wahrhaftigkeit dadurch mißachten, daß sie die Soziale Marktwirt-schaft unbesehen in ihr Verdikt einbeziehen, und auf diese Weise ihrem Anlie-gen unnötig einen „pauschalen Charakter“ verleihen, schwächen damit ihre Überzeugungskraft selbst. Sie sollten ihre Argumentation differenziert führen.

Der Mensch als Citoyen

Der mündige Bürger als Citoyen, der frei ist „von der staatlichen Befehlswirt-schaft, die alle Menschen in das entwürdigende Joch einer alles Leben überwu-chernden Bürokratie zwingt, die jedes Verantwortungsgefühl, aber auch jeden Leistungswillen abtöten“ (Erhard 1962:52), bedarf in einer Demokratie, die „immer offen für Ideen und insbesondere für oppositionelle Ideen“ (Popper 1971:27) ist, keiner ideologischen Bevormundung, zumal „Ideen (doch, B.B.G.) ... nur in einer offenen Gesellschaft eine Gelegenheit (haben,) zu siegen (Popper 1971:27) und Ideologien im Sinne Marx’ falsches Bewußtsein spiegeln.

Aber nicht nur den Kritikern, jedem Gutwilligen, der darum besorgt ist, aus der Krise der Ordnungspolitik herauszufinden, sei empfohlen, Erhards Werk sorg-fältig zu studieren, um seinem Leitbild – als dem einer humanistischen Gesell-schaftsordnung – gerecht werdend, zu folgen: „Nicht die freie Marktwirtschaft des liberalistischen Freibeutertums einer vergangenen Aera, auch nicht das ,freie Spiel der Kräfte’ und dergleichen Phrasen, mit denen man hausieren geht, son-dern die sozial verpflichtete Marktwirtschaft, die das einzelne Individuum wieder zur Geltung kommen läßt, die den Wert der Persönlichkeit oben an stellt und der Leistung dann aber auch den verdienten Ertrag zugute kommen läßt, das ist die Marktwirtschaft moderner Prägung“ (Erhard 1962:70). Kann es in einer realen Welt überhaupt ein humanistischeres „Ordnungsbild“ (Erhard 1962:70) geben, in dem der einzelne als „Staatsbürger wie jeder andere, sich aus seiner Erkennt-nis verpflichtet fühlt“ (Erhard 1962:375), mithin „jene verpflichtende Bindung“ (Erhard 1962:54) empfindet, um in verantwortungsbewußter „voller Bindung in einem ausgewogenen Ordnungsgefüge“ (Erhard 1962:455) als togatus, ein Bür-ger im Friedensgewande, als Citoyen(ne), zu wirken, wie es Ludwig Erhard sowohl konzeptionell als auch politisch vollendet hat?

Erhards klares „Ordnungsbewußtsein“ (Erhard 1962:487) zielt also auf eine Ordnung für Menschen, also „keine Ökonomisierung des Lebens“ (Erhard 1962:523), wie auch „keine Untertanen, sondern ... Bürger, das heißt Menschen, die frei die Lebensordnung des Ganzen mitbestimmen wollen, um sie frei ver-antworten zu können“ (Schmid 1980:29). Homo hominem civis bonus est, wäre das Ideal. Es ist die Ordnung für einen Menschen, der, wie Karl Marx erkannt hat, „die Bedingungen seiner Existenz selbst produziere: eben durch Arbeit“ (Schmid 1980:312). Diese Arbeit jedoch wird von ihm in Selbstverantwortung „nicht verabsolutiert“ (Schmid 1980:312).

Weder der Staat oder eine andere öffentliche Institution sollte einem Bürger persönliche Verantwortung abnehmen, solange er sie selbst tragen und sich selbst helfen kann. Der Staat hat in seinem Bürgern einen Citoyen, also einen verantwortungs- und pflichtbewußten Bürger zu sehen und diesen dementspre-chend auch als mündigen Bürger zu behandeln.

Das ist eine Grundvoraussetzung für das Verhältnis zwischen dem Bürger als Staatsbürger und dem – seinem – Staat. Denn, „Wer ist das würdigste Glied des Staates? Ein wackerer Bürger“ (Johann Wolfgang von Goethe), für den er die Rahmenbedingungen setzen muß, innerhalb derer sich der zivilisierte Umgang miteinander vollziehen muß: Darauf zu achten, daß die Regeln eines ,fair play’ in der Gesellschaft eingehalten werden und Regelverletzungen im bürgerlichen Leben nach rechtsstaatlichen Grundsätzen in Staat und Wirtschaft gegebenenfalls geahndet werden.

Als ein Citoyen ist sich der Mensch bewußt, daß er nicht nur staatsbürgerliche Rechte, sondern auch persönliche Pflichten hat, denen er im Kontext einer sozial verpflichteten freien Marktwirtschaft in dreifacher Weise nachkommen muß: als homo oeconomicus, als homo socialis sowie als homo politicus. In dieser Hin-sicht erscheint eine Konzeption von James N. Blignaut von beachtlichem Inte-resse, der drei Arten von Verantwortung unterscheidet, die der einzelne wahrzu-nehmen hat und die diese Dreiheit spiegelt: „the personal responsibility to contribute to his own welfare“, „the individual’s responsibility towards the socie-ty of which he is a member“ und „the individual’s responsibility towards the government“ (Blignaut 1997:11f.).

Eigencharakter der Arbeit

Erhard hat, seinem Bild vom Menschen als mündigem Bürger entsprechend, der seine „Wesensbejahung in der Arbeit“ sucht (Schmid 1980:312), mit der Sozia-len Marktwirtschaft eine diesem Menschenbild adäquate Wirtschafts- und Sozi-alordnung zugeordnet, die mit dem pragmatischen Ziel „Wohlstand für alle“ (Erhard 1964), im Kontext „einer arbeitsteiligen, marktwirtschaftlichen Ord-nung“ (Wünsche 1986:145) Vollbeschäftigung anvisiert. Denn „eine um den Markt zentrierte Wirtschaftsgesellschaft ist nur bei Vollbeschäftigung zu ver-wirklichen“ (Wünsche 1986:145). Schlecht unterstreicht – diese These Wünsches bestätigend –, daß „Ludwig Erhard und seine Mitstreiter diesen Begriff („Wohlstand für alle“, B.B.G.) nicht nur materiell, sondern vor allem auch als „Arbeit für alle“ verstanden haben (Schlecht 2000:11). Dem besonderen „Eigencharak-ter“, den „die menschliche Arbeit“ hat, die nicht nur eine wirtschaftliche und rechtliche, sondern auch einer „Rücksicht“ bedarf, „die sittliche bzw. religiöse“ Dimension ausleuchtend, wurde in der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkriege verständlicherweise besondere Beachtung gewidmet (Welty 1946: 12), denn „Menschliche Arbeit ist niemals Selbstzweck“ (Welty 1946:122).

„Nur der wahrhaft ,geöffnete’ Humanismus: geöffnet zur richtigen Auffassung vom menschlichen Leben und seiner eigentlichen Sinnerfüllung, geöffnet zur umfassenden Entwicklung des ganzen Menschen und der Menschheit insgesamt, geöffnet zur richtigen Auffassung vom menschlichen Leben“, also „geöffnet zu den Werten des Geistes, der Kultur und religiösen Wertewelt... ist die Grundlage und Leitnorm fortschrittlicher Kulturethik“ (Nawroth 1983:484). Es ist eine holistische, gesamtheitliche Perspektive, die „eine einzige allumfassende, aber nicht materialistisch zerteilte, sondern organisch in sich auf- und durchgeglieder-te Wirklichkeit“ (Smuts 1938:XXIX) verkörpert in unserer „im zweifachen Sinn“ pluralistischen Gesellschaft, die „weltanschaulich pluralistisch und interessen-pluralistisch“ ist (Nell-Breuning 1983:3).

Anmerkung

*Dieser Beitrag ist Herrn Professor Dr. phil. Edgar Nawroth OP, meinem freundschaft-lich-kollegialen Partner der Walberberger System Symposien – Gesellschaft und Wirt-schaft –, anläßlich seines 90. Geburtstages gewidmet.

Literatur

Hans D. Barbier 2002: Rot-grüne Roßtäuscher. In: Im Klartext. Informationen zur Sozia-len Marktwirtschaft, November, Ludwig-Erhard-Stiftung: Bonn.

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Prof. Dr. rer. pol., Lic. rer. pol. Bodo B. Gemper dozierte Volkswirtschaftslehre (1972-2001) an der Universität Siegen.

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